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COVID-19: Wissenswerte Informationen für Start-ups

Die weltweite Ausbreitung der Lungenkrankheit COVID-19 stellt diverse Gesundheitssysteme und nun die Weltwirtschaft vor eine große Herausforderung. So trifft es auch die deutsche Wirtschaft und damit verbunden die Start-up-Szene. Wir haben für Euch, liebe Start-ups die wichtigsten Informationen zusammengetragen.

 

COVID-19: Auswirkungen auf deutsche Start-ups

„Das Start-up-Ökosystem in Deutschland ist durch die Corona-Krise existenziell bedroht“, so heißt es in einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. Im Rahmen der Studie wurden Ende März über 1.000 Start-up-Funktionäre zur Auswirkung der Corona-Krise auf ihr Unternehmen online befragt. Insbesondere Start-ups seien besonders von der Krise betroffen, da selten finanzielle Rücklagen vorhanden seien.

Mehr als neun von zehn Start-ups gaben im Report an, dass Ihre Geschäftstätigkeit durch die Pandemie beeinträchtigt sei, wobei 62 Prozent der Start-ups sogar eine starke Beeinträchtigung durch die Corona-Krise beklagen. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass durch die Beeinträchtigung in der aktuellen Krise 80 Prozent der deutschen Start-ups in ihrer Existenz gefährdet sehen. Zu beachten ist jedoch, dass Tourismus-Start-up in Deutschland am meisten davon betroffen sind (95 Prozent).

Aus der Umfrage sticht auch hervor, dass zwei Drittel der Start-ups planen, jegliche Hilfsmaßnahmen zu nutzen (60 Prozent). Aus diesem Grund haben wir für Euch, liebe Gründer*innen die aktuellen Hilfsmaßnahmen und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für Start-ups zusammengefasst.

 

COVID-19: Finanzielle Unterstützungen und Hilfsmaßnahmen auf einen Blick

Das deutsche Unternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC), eine führende Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft hat ein umfangreiches Factsheet mit bund- und länderübergreifenden finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für Start-ups und KMUs erstellt. Hier findet Ihr eine kleine Übersicht staatlicher und privater Hilfsmaßnahmen:

 

1. Bund: Schutzschild

Um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie für Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen abzufedern, hat die Bundesregierung ein Corona-Soforthilfeprogramm aufgelegt und ein Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie verabschiedet.

 

Grafik-Soforthilfen

Corona-Soforthilfeprogramm

 Die Bundesregierung stellt 50 Milliarden Euro bereit, um Soforthilfe für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler zu gewähren. Damit werden einmalig für drei Monate Zuschüsse zu Betriebskosten gewährt, die nichtzurückgezahlt werden müssen. Die Soforthilfe ergänzt die Programme der Länder. Die Anträge werden deswegen aus einer Hand in den Bundesländern bearbeitet. Die Soforthilfe sieht folgende Zuschüsse vor:

Selbstständige Unternehmen mit bis zu…

  • 5 Beschäftigten erhalten bis zu 9.000 Euro
  • 10 Beschäftigten erhalten bis zu 15.000 Euro.

Selbstständige erhalten leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. Die Vermögensprüfung wird für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden.

[Quelle: Bundesministerium der Finanzen]

 

COVID-19-Abmilderungsgesetz

Das am 25. März 2020 vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie ist ein Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und zur Begrenzung der Organhaftung bei einer durch die COVID-19-Pandemie bedingten Insolvenz.

[Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz]

 

– – -UPDATE [6. April 2020] – – –

 

2-Milliarden-Euro-Hilfspaket für Start-ups

Dazu Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Start-ups sollen auch in der aktuellen Krise weiter erfolgreich an ihren Ideen basteln können. Deshalb werden wir Gründer*innen jetzt schnell helfen. Mit einem 2-Milliarden-Euro-Hilfspaket sorgen wir dafür, dass diese innovative Wachstumsbranche mit vielen tausenden Beschäftigen gut durch die Krise kommt. Finanzierungsrunden können durch diese Hilfe weiterlaufen. Weitere Details siehe untere Quellenangabe!

[Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie]

 

2. Krankenkassen: Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Unternehmen, die von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind, können nach aktuellem Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 19. März 2020 bis Ende des Jahres unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern stellen.

[Quelle: IHK Köln]

 

3. Finanzämter: Steuerliche Unterstützungsmaßnahmen

Aufgrund der Corona-Pandemie bietet das Bundesfinanzministerium nun steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte. Für Beschäftigte sind Bonuszahlungen ihrer Arbeitgeber bis zu insgesamt 1.500 Euro in diesem Jahr steuerfrei. Eine Stundung fälliger Steuerzahlen und eine Anpassung von Vorauszahlungen können Freiberufler, Selbstständige und andere Unternehmer beantragen. Des Weiteren gibt es Erleichterungen bei Vollstreckungen. Weitere Details siehe untere Quellenangabe!

[Quelle: Bundesministerium der Finanzen]

 

4. Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld

Eine weitere Unterstützungsmaßnahme für Unternehmern ist die Beantragung von Kurzarbeitergeld (KUG). Aufgrund der Corona-Krise hat der Gesetzgeber Erleichterungen für den Zugang zum KUG beschlossen. Sie gelten mit Wirkung zum 1. März 2020 und sind bis 31. Dezember 2020 befristet.

Hier ist das Wichtigste in aller Kürze:

  • Anspruch auf KUG besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.

[Quelle: Bundesagentur für Arbeit]

 

5. Bürgerschaftsbanken: Wirtschaftliche Bewältigung von Covid-19

Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise haben Bund und Länder für Bürgerschaftsbanken Erweiterungen der Rahmenbedingungen für Ausfallbürgerschaften vorgesehen. Diese umfassen unter anderem:

  • Anhebung der Bürgerschaftsobergrenze auf 2,5 Mio. Euro (bisher 1,25 Mio. Euro)
  • Höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgerschaft
  • Sowie verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen

Die Maßnahme unterstützen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe und werden von den Bürgerschaftsbanken so schnell wie möglich umgesetzt.

[Quelle: Verband Deutscher Bürgerschaftsbanken]

 

6. Kreditanstalt für Wiederaufbau: Corona-Hilfe für Unternehmen

Sofern Unternehmer*innen zum 31.12.2019 nicht in finanziellen Engpässen waren, können diese Kredite für Investitionen und Betriebsmittel ab sofort über die Hausbank beantragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernimmt dabei 80 Prozent des Risikos für große Unternehmen und 90 Prozent des Risikos für KMU, was die Chancen auf eine Kreditzusage erhöhen. Je Unternehmensgruppe kann dabei bis zu 1 Mrd. Euro beantragt werden. Weitere Details findet Ihr auf der Homepage kfw.de

[Quelle: pwc.de]

 

7. Landesspezifische Hilfsmaßnahmen: Steuerliche Soforthilfen, Kredite und Zuschüsse

Kommen wir nun zu den landesspezifischen Hilfsmaßnahmen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Unternehmen mit Sitz in NRW können Soforthilfen und Liquiditätshilfen der NRW.Bank beantragen. Neben dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Anhebung der Bürgerschaftsgrenzen bietet das Land NRW Bürgerschaften über 2,5 Mio. Euro.

 

Zwölf hilfreiche Verlinkungen zur COVID-19-Pandemie

Nun haben wir zwölf lesenswerte Artikel, Dokumente und Informationsseiten rund um die Corona-Krise zusammengetragen. Diese beinhalten hilfreiche Informationen, Vorsichtsmaßnahmen, Risikobewertungen und Erfahrungsberichte für Start-ups. Des Weiteren gibt es Seiten, die Auswirkungen von COVID-19 auf die deutsche Start-up-Szene eingehen sowie Tipps und Tricks geben, wie Ihr Gründer*innen Eure Start-ups sicher durch diese Ausnahmesituation bekommt:

 

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert und gibt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder!

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