Pitchen

Den besten Pitch von allen abliefern

Jedes Startup muss einen Pitch erstellen. Mit einem guten Pitch kommt ihr leichter an Fördergelder. Ihr überzeugt Investoren und gewinnt Sichtbarkeit. Dieser Beitrag erklärt, was zu einem guten Pitch gehört.

Was ist ein Pitch?

Ein Pitch ist die Präsentation eures Startups vor Publikum. Das kann rein schriftlich passieren, indem ihr euer Pitchdeck an Interessenten vesendet, oder auf einer Bühne, etwa bei einem Hub-Battle.

Da es beim Pitchen häufig um Geld und Ansehen geht, solltet ihr einen Pitch vorbereiten, der das Publikum umhaut.

Das Pitchdeck

Zentraler Bestandteil für euren Pitch ist das Pitchdeck.

Wichtig:

  • Es muss auch ohne begleitenden Vortrag funktionieren.
  • Es darf nicht zu lang sein
  • Es soll euren USP klar hervorheben

Diese Anforderungen werden wir uns nun genauer ansehen.

Selbständig funktionieren

Häufig werdet ihr euer Pitchdeck per Email versenden. Zum Beispiel an einen Investor, eine Bank, euren Digital Hub usw. Ihr habt dann keine Bühne, auf der ihr ergänzende Erklärungen abgeben könnt. Das Pitchdeck muss auch ohne euch wirken.

Damit der Adressat es nicht direkt wieder löscht, solltet ihr es gut strukturieren. Ihr geht nach Prioritäten vor – das Wichtigste muss rüberkommen! – und schreibt nicht zu viel Text. Je anschaulicher eure Idee dargestellt wird, umso besser. Also spart nicht mit Grafiken und Screenshots, die dem Verständnis dienen.

Unterhaltsam darf es übrigens auch sein, allerdings auf eine seriöse Art.

10 bis 15 Folien maximal

Ein gutes Pitchdeck hat zehn bis zwölf Folien; bis zu 15 geht gerade noch so. Am besten haltet ihr euch an folgenden Aufbau:

  1. Deckblatt
    Logo und Name eures Startups sind hier die Pflichtbestandteile.
  2. Team
    Wer steht hinter dem Startup? Welche Ausbildung, Kompetenzen und Erfahrungen bringt ihr mit? Das ist für Geldgeber sehr wichtig zu wissen. Auf dieser Folie präsentiert ihr euer Team.
  3. Mission
    Euer Mission Statement soll neugierig machen, motivieren, begeistern – und kurz und bündig sein.
  4. Problem
    Welches Problem löst euer Produkt? Es sollte schon ein „richtiges“ Problem sein, kein ausgedachtes.
  5. Lösung
    Nun präsentiert ihr euer Produkt als ideale Lösung für das Problem.
  6. Produkt / Technologie
    Auf dieser Folie beschreibt ihr eure Lösung bzw Technologie. Denkt an die Prioritäten und hebt zentrale Eigenschaften hervor. Zeigt wenn möglich eine Demoversion oder ein MVP, um die Adressaten richtig zu beeindrucken.
  7. Markt
    Wie groß ist euer Markt? Welche Marktteilnehmer gibt es? Besteht überhaupt ein Bedarf an eurer Lösung? Hier ist Marktforschung nötig, um eure Geschäftsidee zu validieren.
  8. USP
    Eure USP (Unique Selling Proposition, Alleinstellungsmerkmal) muss klar aus eurem Pitchdeck hervorgehen. Geht auf den Mehrwert für den Kunden ein.
  9. Wettbewerb
    Welche Unternehmen sind bereits mit einer ähnlichen Lösung am Markt bzw. kümmern sich um dieselbe Problemstellung wie ihr? Wie hebt ihr euch von diesen ab?
  10. Geschäftsmodell
    Wie habt ihr euch die Monetarisierung gedacht? Wie soll sich euer Startup rentieren? Welche Umsätze wird es bringen und ab wann? Und wann soll es die anfänglichen Investitionskosten eingespielt haben?
  11. (optional) Proof of Concept
    Ein Proof of Concept ist ein Machbarkeitsnachweis für euer Geschäftsmodell. Die zurückhaltenden deutschen VC Unternehmen legen Wert auf einen solchen Realitäts-Check.
  12. Finanzierung
    Auf dieser Folie sagt ihr den Investoren, wieviel Geld ihr benötigt und wie ihr dieses einsetzen würdet. Erklärt auch, welche Mittel aus welchen Quellen ihr bereits habt, wie ihr sie verwendet und was ihr damit erreicht habt.
  13. (optional) Marketing
    Manche Startups unterschätzen den Aufwand, den es macht, am Markt bekannt zu werden und die ersten Erfolge einzufahren. Auch für euer initiales Marketing solltet ihr eine gute Strategie parat haben.

Das Pitchdeck perfekt machen

Der Betrachter soll in wenigen Sekunden die Aussage jeder Folie erfassen können. Deshalb konzentriert euch auf das Wesentliche und verzichtet auf endlose Aufzählungen.

Wählt eine große, gut lesbare Schrift. Und überprüft euren Pitch sorgfältig auf Tippfehler. Tippfehler sind ein absolutes No-Go.

Gestaltet die Folien konsistent: Mit einheitlichen Absatzabständen, Einrückungen usw. Es sieht professionell aus, wenn alle Elemente bündig ausgerichtet sind. Fragt im Zweifel einen Grafiker, das Geld ist gut angelegt.

Pitchen vor Publikum

Die Teilnahme an einem Startup Battle ist eine tolle Chance. Ihr wollt auf der Bühne eine gute Figur machen und die Zuhörer – darunter wichtige Investoren und Multiplikatoren – restlos begeistern.

Nicht jeder ist von Natur aus eine Rampensau. Aber das ist nicht schlimm, denn solche Auftritte kann man üben.

Pitch vorbereiten

Am besten lernt ihr erstmal euer Pitchdeck auswendig. Es ist enorm wichtig, dass ihr auf der Bühne nicht ablest, sondern im Kontakt mit dem Publikum bleibt. Deshalb solltet ihr eure USP und alle wichtigen Informationen im Schlaf abrufen können.

Anschließend heißt es Üben. Versucht euren Vortrag möglichst realistisch zu halten. Es ist gut, wenn sich zwei Leute aus eurem Team beim Pitchen abwechseln. Das macht es für die Zuhörer unterhaltsamer.

Übt euren Pitch vor Freunden und eurem Team, bis alles sitzt. Wiederholt dabei nicht den Inhalt der Folien, sondern konzentriert euch auf DIE zentrale Aussage.

Selbstvertrauen ausstrahlen

Die ersten Sekunden

Je souveräner ihr auftretet, umso mehr Eindruck macht ihr. Betretet die Bühne in gerader Haltung, mit gestrafften Schultern und erhobenem Kopf. Lächelt. Die ersten Sekunden entscheiden über den Eindruck, den ihr hinterlasst.

Deutlich sprechen

Sprecht laut und deutlich – und langsamer als gewöhnlich. Auf der Bühne redet ihr langsamer und betonter als im Zweiergespräch. Macht nach besonders wichtigen Aussagen eine kurze Sprechpause, damit das Gesagte besser haften bleibt.

Keine Hektik!

Wenn ihr eine Redezeitbeschränkung habt, ist es besonders wichtig, die Länge eures Vortrags an das Format der Veranstaltung anzupassen. Nur nicht in Hektik geraten! Vermittelt selbstbewusst und klar eure Message.

Auf Nachfragen gefasst sein

Nachfragen, besonders auf offener Bühne, können ein Angstgegner sein. Vertriebsleute machen eigens einen Kurs in „Einwandbehandlung“. Bei der Pitch Vorbereitung solltet ihr auch mögliche Nachfragen schon im Auge haben.

Ihr müsst erklären können, wie ihr auf eure Umsatzprognose kommt, was euch von anderen Playern im Markt unterscheidet und welche besonderen Qualitäten eure Lösung noch hat. Im Pitchdeck musstet ihr euch aufs Wesentliche beschränken, hier könnt ihr Zusatzinformationen geben. Haltet eure Antworten konkret, präzise und kurz. Fangt bloß nicht an zu schwafeln, in der Hoffnung, damit die Fragerunde abzukürzen.

Von den Besten lernen

Wir haben für euch ein wenig nach den besten Pitchdeck Beispielen recherchiert:

  • In diesem Beitrag findet ihr unter anderem Pitchdecks von Air BnB, Buffer und Foursquare
  • Pitchdeck Vorlagen zum Download findet ihr hier.

Seht euch Events wie den Rheinland Pitch oder den NRW Hub Battle oder andere, ähnliche Veranstaltungen an. Oder kommt zum Summer Slam nach Bonn. Dort könnt ihr live erleben, wie sich die Sieger präsentieren.

Besucht ein Pitch Training in eurem Digital Hub oder in eurer lokalen IHK. Dort werdet ihr richtig fit gemacht für euren Pitch.

Fazit

Startup Gründer sollten rechtzeitig einen professionellen Pitch vorbereiten. Ihr werdet ihn schneller brauchen, als ihr denkt. Ein gut strukturiertes Pitchdeck und ein mitreißender Vortrag sind die wichtigsten Elemente für euren Pitch. Macht euer Pitchdeck perfekt und übt euren Vortag vor Publikum. Vorlagen und Beispiele aus dem Internet geben euch Inspiration und ein Pitch Training verleiht euch den letzten Schliff.

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