Stijn van der Pol und Kevin Bäumer von Friendmade haben den DIGITALHUB für ein Interview besucht, Foto: Simon Hecht, Bearbeitung: Stijn van der Pol

Die Gründerstory von friendmade® [Interview]

Make friends. Create art. Das ist der Slogan des Start-ups friendmade®. Stijn van der Pol (General Direction & Brand Management) und Kevin Bäumer (Sales & Business Relationships) stellen in diesem Interview die neue Online-Plattform für Künstler vor.

Simon: Hi Stijn und Kevin, wann habt Ihr friendmade® ins Leben gerufen?

Stijn: Die Idee friendmade ist eigentlich vor 4 bis 5 Jahren entstanden. Das hat sich natürlich langsam entwickelt. Man denkt sich so eine Idee nicht in fünf Minuten aus. Vor ungefähr zwei Jahren ist Kevin dazugekommen.

Kevin: Gedanklich erst mal. Vor anderthalb Jahren war ich dann so richtig dabei, nachdem ich in die Kunst sozusagen eingetaucht bin.

Stijn: Letztes Jahr haben wir im Juni, Juli die GmbH gegründet und seit Dezember ist die Plattform live.

 

Simon: Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Was hat den Anstoß gegeben?

Stijn: Ich bin auf die Idee gekommen, weil ich immer als Freelancer im Bereich Design und Advertising gearbeitet habe. Mir hat irgendwie immer die Freiheit am Ende gefehlt. Im Endeffekt kreiert man immer für einen Kunden. Da muss ein Logo drunter, da muss die Farbe geändert werden und noch andere Dinge. Ich habe gemerkt, dass das bei all meinen Bekannten und Freunde, z. B. Fotografen und Illustratoren, so war. Die hatten eigentlich alle das Bedürfnis sich noch weiter als mit ihrer Arbeit auszudrücken. Irgendwann hat es Klick gemacht und dann habe ich mir gesagt: Los geht’s. Wenn es nicht die anderen machen, dann baue ich jetzt die Plattform.

 

Simon: Was habt Ihr für ein Geschäftsmodell?

Kevin: Das Geschäftsmodell ist im Grunde eine Online-Plattform, um zeitgenössische Kunst zu präsentieren, die man normalerweise nicht finden kann. Unsere Künstler gehen nicht in Galerien und verkaufen dort ihre Originale oder versuchen offensiv auf den Markt zu kommen. Wir bringen also Künstler dazu, die mit ihren Arbeiten Trends und Kunst schaffen, ihre Werke auf unserer Seite zu präsentieren.

Stijn: Ist das genug? Wir haben da eigentlich noch viel mehr zu erzählen.

Simon: Ihr könnt natürlich noch mehr erzählen, wie Ihr wollt.

Stijn: Wir haben ja ganz klar unterschiedliche Konzepte. Zum einen haben wir B2C. Wir haben eine Plattform, die im Prinzip als kuratierter Marktplatz funktioniert. Ein weiteres Geschäftmodell ist die Beteiligung der Künstler zur Hälfte am Gewinn. Zum anderen gibt es dann B2B. Da machen wir zusammen mit unseren Künstlern Produkte. Wir sind im Prinzip eine Agentur, eine Advertising Agency. Der Kunde zahlt zwar für etwas, aber der Künstler behält immer noch seine künstlerischen Freiheiten. Also ich würde sagen, wir verbinden den Kunstgeschmack des Künstlers und unseres Besuchers auf eine ganz neue Art.

 

Simon: Was ist das Besondere an eurem Startup? Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Kevin: Kunst kuratiert durch Künstler! Das ist natürlich unser absoluter USP.

Weiter können sich jegliche kunstbegeisterte Menschen, die selber Kunst schaffen, bei uns versuchen. Durch die Kuration können sie sehen, wie sie von anderen Künstlern bewertet werden. Sie werden also nicht von einer einzelnen Person mit einem einzelnen Geschmack, sondern wirklich von einem Kollektiv von Fachleuten ausgewählt oder eben nicht.

 

Simon: Und wie kommt Ihr an die Künstler?

Kevin: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Unsere kuratieren Künstler haben die Möglichkeit für uns im Endeffekt neue Künstler zu werben. Sie finden z. B. deine Kunst toll oder man kennt sich. Und dann sprechen sie über unserer Plattform und bringen den anderen dazu, sich bei uns zu bewerben. Oder unsere Künstler schicken dem neuen Künstler eine Einladung, eine Friend2Friend Einladung, und dieser hinterlegt dann drei Bilder und wird daraufhin vom Kollektiv bewertet. Oder es gibt die Möglichkeit jederzeit Bilder bei uns für die Kurationsrunden, die alle vier Monate stattfinden, zu hinterlegen. Und die gesamten Bilder werden jedem Künstler, der für uns tätig ist, vorgelegt und der kann dann wirklich entscheiden: der neue Künstler wird Friend, kommt in die Academy oder wird eben nicht aufgenommen.

Stijn: In der ersten Kurationsrunde hatten wir direkt über 120 Anmeldungen und davon dürfen wir bald 30 neue Künstler aufnehmen.

 

Simon: Hat Euch das überhaupt etwas gekostet?

Stijn: Für die Werbung auf Instagram haben wir ein paar hundert Euro ausgegeben. So funktioniert das heutzutage. Man kann ja nur die Menschen direkt erreichen, mit denen man verbunden ist. Für die anderen muss man schon in Werbung investieren.

 

Simon: Welchen Markt wollt Ihr denn bedienen?

Kevin: Der Markt ist natürlich erstmal national, aber wir bedienen auch direkt umliegenden Länder. Wir haben viele niederländische Künstler bei uns. Deswegen fokussieren wir uns auch speziell auf diese Region. Wir sind ganz klar eine internationale Plattform, das sieht man auch an unseren Künstlern, aber aktuell steht der deutsche Markt an erster Stelle.

 

Simon: Sind die Produkte individuell oder standardisiert?

Stijn: Wir bieten verschiedenen Produkte an. Angefangen vom Poster bis hin zu einem ganz spezielles Produkt, das man der Liquid Gloss nennt. Es handelt sich dabei um ein spezielles Kunstharz. Die Künstler dürfen bei uns selbst entscheiden, wie und was sie bei uns anbieten wollen. Dazu müssen sie nur ein Bild davon hochladen. Die Größen haben wir aber standardisiert.

Wenn man an Mode denkt, dann gibt es da das Wort „Prêt-à-porter“. Und als Friendmade sehen wir uns genau dort. Und wir haben dafür auch ein Wort: „Prêt à pendre“ – ready to hang!

Unsere Idee ist es, dass du bei uns die geilsten neuen Künstler findest und hochqualitative Produkte angeboten werden.

 

Simon: Wie sieht es mit dem Pricing?

Kevin: Das Pricing sieht so aus, dass wir auf der einen Seite relativ günstige Produkte haben. Wir bieten Poster an, die bei ungefähr 39 Euro losgehen. Auf der anderen Seite gibt es da Liquid Gloss mit einer Größe von 1,5 m x 1,5 m. Da kann sich der Preis auch schon mal bei 4000 Euro bewegen. Aber das ist dann auch fast unser Maximalpreis. Natürlich können wir auch eine Special Edition und Originale anbieten, aber dann sieht es preislich wieder anders aus. Wir halten uns in einem Preissegment auf, mit dem wir sowohl den jungen Kunstliebhaber als auch den Kunstsammler auf jeden Fall bedienen können. Wir haben einfach Topqualität und das zu einem wirklich guten Preis.

Stijn: Wichtig ist noch zu sagen, dass der Preis von dem Künstler mitgestaltet wird. Es gibt Künstler, die für ihr Bild einige hundert Euro verlangen. Aber es gibt auch Künstler, bei denen man ein paar tausend Euro bezahlen muss.

 

Simon: Wer gehört alles zu friendmade® und was sind Eure nächsten Schritte?

Stijn: Bisher sind wir eigentlich nur zu zweit und haben noch feste Jobs, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Bisher kann jeder so ungefähr 20 Stunden die Woche in friendmade hineinstecken. Wir haben auch einen Praktikanten und Menschen, die uns helfen.

Die Akquise der Künstler funktioniert super, was wir auch an den Reaktionen der Künstler sehen können. Jetzt fokussieren wir uns noch mehr auf unsere Kunden.

Kevin: Genau. Die Herausforderung ist gerade, den Zielkunden wirklich zu finden und diesen auch gezielt anzusprechen. Wir haben gemerkt, dass unsere Kundschaft eher weniger auf Instagram und in den Sozialen Medien unterwegs ist.

Kunst ist oft ein Impulskauf. Jemand hat etwas gesehen und das gefällt ihm. Oder er sucht ein Kunstwerk für die neue Wohnung. Dann gibt man bei Google einfach „Kunst kaufen“ ein.

Stijn: Wir haben relativen schnell gemerkt, dass das nicht so einfach wird. Und auch verschiedene SEO Spezialisten meinten nur: „OH“! Es wird dann eher der Name eines Künstlers eingegeben und nicht nur der Begriff „Kunst“. Sobald wir mehr bekannte Künstler bei uns haben, wird es einfacher für uns.

Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir wie bisher weitermachen wollen oder ob es da jemanden gibt, der unser Business beschleunigt.

 

Simon: Also war das der Anstoß, um mit dem Digitalhub in Bonn in Kontakt zu treten?

Stijn: Ganz ehrlich? Wir haben nach jemandem gesucht, der uns voranbringen kann. Wir hätten noch wie bisher weitermachen können, aber das kostet viel Energie. Also haben wir nach einem Partner gesucht.

Kevin: Wir haben gesehen, dass durch den Hub schon die eine oder andere Firma nach vorne gebracht wurde. Als Startup wird man dort gut beraten. Man könnte sich auch immer wieder den ein oder anderen Experten von außerhalb holen, aber dort gibt es ein bestehendes Netzwerk, das wirklich funktioniert. Man bekommt dort immer wieder neue Impulse und das mach es so interessant. Man fühlt sich dort gut aufgehoben.

 

Simon: Und jetzt noch eine letzte Frage. Wie seid Ihr auf den Namen friendmade® gekommen?

Kevin: Das kann Stijn beantworten.

Stijn: Wir haben gesagt, wir machen das, was wir machen, für Freunde, mit Freunden. Also alles was du bei uns kaufen kannst ist FRIENDMADE. Es ist von Freunden gemacht. Wir machen das zusammen als Netzwerk, zusammen kuratieren wir und zusammen hoffen wir da im Endeffekt der Welt schöne neue Sachen bieten zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blog durchsuchen
Kategorien
Instagram Feed
[instagram-feed]
Twitter Feed
[custom-twitter-feeds]