FurryFit Sensor

Furryfit – Aktivitäts-Tracker für Hunde

Jeder kennt inzwischen die so genannten „Fitness-Tracker“. Das sind kleine Sensoren, die am Körper getragen werden und Daten über Sportaktivitäten (gelaufene Schritte) oder gegebenenfalls auch Körperfunktionen (Blutdruck, Herzrhythmus) an eine Handy-App funken.

Die Gründer von Furryfit, die Brüder Jona Tim Neubert und Micha David Neubert, haben ein solches Gerät auch für Hunde entwickelt. Beide sind passionierte Hundeliebhaber und legen Wert darauf, dass ihr Furryfit-Aktivitätstracker nicht (nur) für eine tierische Fitness da ist, sondern für die Gesundheit.

Warum das so ist und wie die beiden ihr Startup entwickelten, das erklären sie in unserem Interview.

Von Hundefreunden für Hundefreunde

Frage: Wann seid ihr mit Furryfit gestartet? Und was hat den Anstoß gegeben?

Jona: Ende 2015. Ich war mit meinem Hund laufen und fand anschließend, dass er ganz schön fertig wirkte. Da fragte ich mich: Wie viel Bewegung ist gesund für ihn? Habe ich ihn überlastet? Meine Freundin besaß zu der Zeit bereits ein Fitness-Armband und ich dachte mir, so etwas sollte es auch für Hunde geben.

Unsere Mutter ist Hundezüchterin und wir haben auch zwei Tierärzte in der Familie. Micha und ich sind mit Hunden aufgewachsen. Wir wollten etwas für Hunde und Hundehalter tun.

Micha und ich studierten beide Architektur, ich zusätzlich noch BWL. Wir wollten beide von Anfang an Unternehmer sein. Also überlegten wir, daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Eine Recherche ergab, dass es in den USA bereits Fitness-Tracker für Haustiere gab.

Gesundes Maß an Ernährung und Aktivitäten

Frage: Wie gestaltete sich der Start? Hattet ihr Unterstützung?

Jona: Ein Freund in China hat uns etwas Kapital für Furryfit zur Verfügung gestellt. Damit konnten wir erste Apps bauen. Die Apps haben wir von einer Agentur programmieren lassen. Ansonsten haben wir alles in Eigenarbeit gemacht.

Frage: Was leistet eure App, was kann Furryfit?

Jona: Oh, eine Menge (lacht). Furryfit berechnet zum Beispiel den Kalorienbedarf und den Kalorienverbrauch eines Hundes. Wusstest du, dass 50 Prozent der Hunde Übergewicht haben? Der Nutzer gibt die Rasse, Größe und das Gewicht ein und dann zeigt die App den Kalorienbedarf an. Auf den meisten Hundenahrungen stehen Kalorienangaben drauf. Wir sind dabei, auch die gängigen Futtersorten in das Programm aufzunehmen, um die Berechnung schon direkt in der App durchführen zu können.

Dann ist Furryfit natürlich auch ein Aktivitäts-Tracker. Ein Sensor misst die Aktivität des Tieres, diese wird dann in den Kalorienbedarf eingerechnet.

Allerdings ist der Tracker auch dazu gedacht, dass die Halter ihre Tiere nicht überfordern. Viele Hundehalter und insbesondere die Hundetrainer sind Sportler. Da kann es leicht passieren, dass der Hund überlastet wird. Furryfit misst auch die Ruhezeiten, damit der Hund ein gesundes Maß an Schonung erfährt. Ein Hund der permanent gefordert wird, kann eine Art ADHS entwickeln, er kommt dann gar nicht mehr zu Ruhe. So etwas ist extrem ungesund und nervig, auch für die Halter.

Schnellere Heilung nach Krankheit oder Verletzung

Frage: Was ist mit kranken oder alten Hunden?

Jona: Wir können den Tierarzt, Betreuer oder Ernährungsberater online anbinden. Dieser kann dann extern auf die Daten zugreifen. Das ist zum Beispiel für Diäten oder Physiotherapie interessant. Nach einer Behandlung kann das Bewegungspensum langsam gesteigert und mit Furryfit kontrolliert werden. Das ermöglicht eine schnelle und schonende Heilung.

Natürlich erinnert Furryfit den Halter oder Betreuer des Hundes auch an fällige Physiotherapie-Termine, Futterzeiten und Medikamenteneinnahmen.

Wir bekommen übrigens mehr und mehr Anfragen von Tierärzten. Deren Arbeit wird durch Furryfit sehr erleichtert.

Furryfit wird noch ausgebaut

Frage: Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Jona: Wir bekommen auch Anfragen von Pferdeliebhabern. Das haben wir auf dem Schirm. Weidetiere benötigen allerdings einen anderen Chip und einen anderen Akku, der lange hält, aber dennoch sehr leicht ist, sodass er die Tiere nicht stört. Das ist in der Entwicklung.

Wir werden die Furryfit App weiter ausbauen und in mehr europäische Sprachen übersetzen, da wir den ganzen europäischen Markt im Blick haben. Das GPS-Gerät soll weiterentwickelt und sowohl Gerät als auch Akku verkleinert werden. Wir möchten Schnittstellen zur Integration anderer Anwendungen integrieren und Furryfit auch für andere Tierarten adaptieren.

Und auf lange Sicht wollen wir weitere technische Produkte für Tiere auf den Markt bringen.

Verkaufsstart dieses Frühjahr

Frage: Wann kommt Furryfit auf den Markt und wieviel kostet es?

Jona: Wir nehmen schon seit längerem Bestellungen entgegen. Bis zum Verkaufsstart geben wir einen Rabatt. Das heißt, unser regulärer Preis ist 119 Euro, aber derzeit kann der Besteller über einen Gutschein 20 Euro sparen. Er bezahlt dann nur 99 Euro.

Der Verkaufsstart ist für dieses Frühjahr geplant, voraussichtlich Ende März oder Anfang April.

Frage: Wie hilft euch der Digital Hub Bonn und wie habt ihr hierher gefunden?

Unterstützung durch den Digital Hub

Jona: Wir kommen beide aus Bonn. Da lag es nahe, dass wir den Digital Hub auf das Accelerator-Programm angesprochen haben. Nun sind wir seit einem Jahr dabei.

Wir haben hier Menschen getroffen, die uns weiterhelfen, zum Beispiel Ralph mit der Suchmaschinenoptimierung. Ivan hat uns bei der Bewerbung für den High-Tech-Gründerfonds und bei Finanzierungsfragen beraten. Wir haben auch den KfW-Gründerkredit Startgeld bekommen.

Insgesamt konnten wir aus diesen Quellen und über Crowdfunding einen sechsstelligen Betrag mobilisieren. Das ist auch nötig, denn für ein neues Produkt muss viel Marketing betrieben werden.

Der Hub verhilft uns überdies zu mehr Bekanntheit. Wir konnten zum Beispiel bei der Telekom Design Gallery und diversen anderen, hochklassigen Events pitchen.

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