Internet of THings für Dummies

Internet of Things für Dummies

Kaum ist die Rede von Digitalisierung fällt das Schlagwort: Internet of Things (IoT). Immer mehr neue Start-ups beschäftigen sich mit dieser innovativen Technologie. Doch nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch unser Alltag passt sich diesem Wandel an. Wissen wir überhaupt, was es auf sich hat und was für Chancen und Risiken das Ganze mit sich bringt? Nein? Dann lohnt sich dieser Beitrag!

Internet of Things: Ein Versuch der Definition

Klären wir zunächst einmal was das Internet of Things (IoT) überhaupt ist. Vorweg solltet ihr wissen, dass es keine allgemein gültige Definition gibt. Je nach Anwendungsbereich und -zweck können sich die Definitionen des “Internets der Dinge“ unterscheiden. Das Internet der Dinge ist ein Sammelbegriff für die Vernetzung und Interaktion von intelligenten Objekten untereinander und mit dem Menschen. Die Grundidee dieser innovativen Technologie ist es, anhand intelligenter Sensoren und einer Netzverbindung aus jedem “Ding“ eine smarte Datenquelle zu machen. Grundsätzlich wird IoT zwischen privater Nutzung im Alltag und branchenübergreifender Einsatz in der Industrie beziehungsweise in Unternehmen differenziert.

„Das Internet of Things (IoT) ist das Netzwerk von physischen Objekten, die eine Technologie integriert haben, um zu kommunizieren und Dinge zu erfassen oder mit ihren inneren Zuständen oder der äußeren Umgebung zu interagieren.“ -Gartner-

Internet of Things im Alltag

Egal ob selbstfahrende Autos, schlaue Heizungen, sprechende Audioboxen oder LKW-Reifen, die Alarm schlagen, wenn der Reifendruck zu niedrig ist – das Internet der Dinge hat bereits Einzug in den Alltag der meisten Menschen gehalten. Vier bewährte Einsatzbereiche des IoT im Alltag lassen sich definieren: Smart Home, Smart Metering, Smart Wearables und Smarte Speaker.

In einem Smart Home können alle Geräte und Installationen in einem Haus oder einer Wohnung miteinander verknüpft werden. Lampen und Computer, Kühlschränke und Fernseher – alle bilden dank Internet-Anschluss ein großes Netzwerk, das zentral über eine Software gesteuert wird. Dadurch können bestimmte Vorgänge automatisch ablaufen und sogar aus der Ferne ausgelöst werden.

Smart Metering bezeichnet das computergesteuerte Messen, Ermitteln und Steuern von Energieverbrauch und -zufuhr. Mit dem Einsatz von Smart Metering kannst du genau erkennen, zu welchem Zeitpunkt du welche Menge an welchem Punkt verbrauchst.

Smart Wearables sind in Alltagsgegenstände eingebettete Systeme, die zumeist am Körper getragen werden und noch kleiner sind als Mobiltelefone. Bisher machen Smart Watches den Hauptteil der marktfähigen Smart Wearables aus. Diese Uhren haben einen Internetzugang und können Informationen aus dem Netz präsentieren. Des Weiteren können Gegenstände im Haushalt oder auch andere Gadgets durch diese Wearables gesteuert werden.

Smarte Speaker sind intelligente Lautsprecher in denen Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder Cortana vorinstalliert sind. Der smarte Lautsprecher wird nicht nur für Musikstreaming, Nachrichten- Podcast- oder sonstigen Audiodiensten benutzt, sondern auch zur Steuerung von Smart Home-Geräten per WiFi oder Bluetooth.

Internet of Things in der Arbeitswelt

Das Internet of Things revolutioniert nicht nur unser Alltagsleben, sondern auch die Wirtschaft und die Industrie. Im industriellen Sektor redet man auch von der „vierten industriellen Revolution“ (Industrie 4.0). Maschinen und Anlagen werden mit intelligenten Sensoren ausgestattet und untereinander vernetzt mit dem Ziel, Abläufe in der Produktion und Fertigung besser zu planen und kosten- und zeiteffizienter zu gestalten. Das Industrial Internet of Things (IIoT) automatisiert so ganze Industrieprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ermöglicht eine direkte Kommunikation zwischen Maschinen, Anlagen, Waren und dem Menschen.

Ein IoT-Pionier der Start-up-Szene in Deutschland ist relayr. Das Berliner Start-up wurde im Jahr 2013 von Harald Zapp, Jackson Bond, Michael Bommer, und Paul Haupttor gegründet. Mit sogenannten Retrofitkits – intelligenten Sensoren in Schokoriegel-Optik – vernetzt es Anlagen mit dem Ziel, aus klassischen Maschinenbauverkäufern begehrte Serviceanbieter zu machen. relayr baut beispielsweise Bewegungssensoren, die verraten, wenn jemand vor der Tür steht. Oder auch Feuchtigkeitssensoren, die sich melden, sobald die Büropflanze Wasser braucht. Letztes Jahr jedoch verkündete der Geschäftsführer, dass das Start-up vom milliardenschweren Versicherungskonzern Munich Re übernommen wurde. Und das zum beachtlichen Unternehmenswert von 300 Millionen US-Dollar – einer der teuersten Start-up-Verkäufe in Deutschland überhaupt.

Risiken und Chancen von IoT

Wie jede neue Technologie in der digitalen Transformation bringt auch das Internet der Dinge eine Reihe an Chancen und einigen Risiken mit sich.

Starten wir mit den Chancen von Industrial Internet of Things. Durch das Internet of Things eröffnen sich neue Perspektiven für den Einstieg in neue digitale Geschäftsmodelle. Insbesondere für innovative Start-ups ergibt sich ein großes ökonomisches Potenzial. In der Automatisierung von Prozessen sind Effizienzsteigerung und Kostensenkung die wichtigsten Stichworte. Weiterhin bieten Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, dem Endkunden mehr Komfort und eine Erleichterung des Alltags.

Ein negativer Aspekt, beziehungsweise ein sehr oft diskutiertes Risiko des IoT ist das Thema der Arbeitsplätze. Durch stetige Digitalisierung und Automatisierung wird die Mensch-Maschine Kommunikation durch Maschine-Maschine Kommunikation ersetzt. Somit wird der Mensch mit der Zeit immer überflüssiger, da er durch automatisierte Prozesse ersetzt werden kann.

Ein weiterer Aspekt ist das Problem des Datenschutzes und der IT-Sicherheit. Alles, was mit dem Internet verbunden ist, ist anfällig für Datenlecks und Hackerangriffe – besonders für Unternehmen ergibt sich hier ein großes Sicherheitsproblem, das einer schnellen Lösung durch entsprechende Fach- und Führungskräfte bedarf.

Internet of Things in Deutschland

Kommen wir nun langsam zum Ende des Beitrags. In diesem Part möchten wir auf die IoT-Akzeptanz in Deutschland eingehen. Passend dazu hat Microsoft vor Kurzem ein Forschungsbericht „IoT Signals 2019“ vorgestellt, der einen globalen Überblick über die Verbreitung des Internet of Things (IoT) in Unternehmen gibt. Dafür wurden weltweit mehr als 3.000 Entscheidungsträger in Unternehmen befragt.

Somit belege der Bericht die schnell wachsende Akzeptanz von IoT-Lösungen. Allein in Deutschland führen bereits 88 Prozent der Unternehmen IoT-Projekte durch. Zudem gehen die Befragten davon aus, dass schon in zwei Jahren 30 Prozent des Umsatzes ihres Unternehmens auf IoT-Projekte entfallen werden. Unter den IoT-Anwendern in Deutschland glauben 92 Prozent, dass das IoT entscheidend für den Geschäftserfolg ist. Fast alle Befragten (95 Prozent) äußern aber auch Sicherheitsbedenken bei der Umsetzung von IoT-Projekten; die Akzeptanz der Technik bleibt davon aber unberührt.

 

Aussagen des Autors geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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