Startup Interview Knowbody

Sexualkunde-App für den Schulunterricht [knowbody im Interview]

Knowbody ist eine Sexualkunde-App für den Schulunterricht, um Lehrenden und Schüler:innen modernes und aktuelles Material digital zur Verfügung zu stellen.

 

Wer seid Ihr, wie ist der Name eures Start-ups und seit wann gibt es euch?

Wir sind Nessi, Caro und Fabian und entwickeln gemeinsam KNOWBODY – eine Sexualkunde-App für den Schulunterricht. Wir haben im Sommer 2019 mit der Entwicklung unserer Idee begonnen und sind seit August 2020 gegründet.

 

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Nessi und Caro beschäftigen sich gerne mit gesellschaftlichen Spannungsfeldern und stellten während ihres Masterstudiums vor allem im Bereich der Sexualkunde immer wieder schwerwiegende Wissenslücken bei sich selbst, ihren Kommiliton:innen und Menschen aller Altersklassen fest. Nach ersten Recherchen zeigte sich schnell der Ursprung des Problems: Der Sexualkundeunterricht an weiterführenden Schulen in Deutschland ist noch immer unzureichend. Lehrmittel sind veraltet, viele Darstellungen und Bezeichnungen darin gar falsch, und auch die Lehrkräfte selbst werden auf das Thema im Rahmen ihrer Ausbildung kaum vorbereitet. In der Folge führt das oft zu verkürzten oder ausfallenden Unterrichtseinheiten, die bei den Jugendlichen viele Fragen offen lassen. Fragen, die ihnen stattdessen von Google und Sozialen Medien beantwortet werden, worüber eine altersgerechte und sachgemäße sexuelle Aufklärung jedoch nicht garantiert werden kann. Diese Probleme können wir lösen, indem wir mit KNOWBODY ein digitales Lehrmittel zur Verfügung stellen, das Lehrer:innen bei der Unterrichtsgestaltung unterstützt und den Schüler:innen auch darüber hinaus als vertrauenswürdiges Informationsmittel zur Verfügung steht.

 

Was ist Euer Geschäftsmodell?

Schulen können Lizenzcodes für KNOWBODY erwerben und stellen diese dann den Schüler:innen zur Verfügung. Über ihren persönlichen Lizenzcode können die Schüler:innen die App kostenfrei auf ihrem Endgerät installieren und freischalten. Weitere Pakete erlauben es den Schulen zudem, die App auf den schuleigenen Endgeräten einzusetzen. Zusätzlich soll eine Unterrichts-unabhängige Version der App im App-Store zum Privatkauf für alle weiteren Interessierten zur Verfügung stehen.

 

Was ist Euer USP? Was ist das Besondere an eurem Start-up?

Die Aufbereitung der Inhalte in einer App stellt im Bereich der Sexualkunde ein bisher einzigartiges Format dar. Durch dieses haben wir Gestaltungsmöglichkeiten, wie interaktive Spiele, 3D-Modelle und -Simulationen, Erklärvideos, anonyme Fragetools u.v.m., die im schulischen Bereich bisher kaum zum Einsatz kommen und zudem stetig weiterentwickelt werden können. Wir möchten ein digitales Lehr- und Lernmittel für den Sexualkundeunterricht entwickeln, das dem aktuellen Stand der Forschung entspricht, einen ganzheitlichen und positiven Ansatz von Sexualkunde vermittelt und dabei neue und innovative Wege geht. Mithilfe von KNOWBODY können wir einen zeitgemäßen, ganzheitlichen und weniger schambehafteten Sexualkundeunterricht ermöglichen, der die Jugendlichen über biologisches Wissen hinaus dazu befähigt, selbstbestimmte Haltungen in Bezug auf Sexualität zu entwickeln und diese auch zu kommunizieren.

 

Wer ist Eure Zielgruppe?

KNOWBODY soll zur Unterstützung des Sexualkundeunterrichts in der Sekundarstufe eingesetzt werden. Je nach Bundesland und Schule findet dieser zumeist zwischen der 8. und 10. Jahrgangsstufe statt. Die primäre Zielgruppe stellen daher 13- bis 16-jährige Schüler:innen dar. Sie zeichnen sich durch eine sehr hohe digitale Affinität aus, besitzen fast ausnahmslos ein digitales Endgerät und nutzen dieses sowohl zur Freizeitgestaltung als auch zur Informationsbeschaffung. Nur etwa die Hälfte der Jugendlichen wird von den eigenen Eltern aufgeklärt. Ihre Sexualkunde-Kenntnisse erhalten sie laut einer Studie der BZgA (Jugendsexualität 2015) daher zu über 80 Prozent aus dem Schulunterricht. Da sich dieser zumeist aber nur auf biologisches Fachwissen konzentriert, bleiben viele Fragen offen, die sich die Jugendlichen dann häufig mithilfe des Internets beantworten. Eine ganzheitliche und zielgruppengerechte Aufklärung kann so nicht stattfinden.

 

Welchen Markt habt Ihr anvisiert (regional, national, international)?

Zunächst konzentrieren wir uns auf den nationalen Bildungsmarkt. Nach erfolgreicher Einführung möchten wir dann auch international aktiv werden und die App in weiteren Ländern zum Einsatz bringen.

 

Wie sieht Euer Pricing aus?

Schulen können die Lizenz der App (zur BYOD-Nutzung), bei einem Bildungsrabatt von 50%, für 3€ pro Schüler:in erwerben. Zusätzliche Pakete für Tablet-Klassen werden ebenfalls zur Verfügung stehen.

 

Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Nachdem wir KNOWBODY flächendeckend in allen 16 Bundesländern als Sexualkunde-Lehrmittel etabliert haben, möchten wir die App in weitere Sprachen und kulturelle Kontexte übersetzten und so in möglichst vielen Ländern den Sexualkundeunterricht revolutionieren. Auch über die App hinaus möchten wir mit Workshops, Vorträgen und weiteren gemeinnützigen Projekten auf die Thematik aufmerksam machen.

 

Wie seid ihr eigentlich zum Hub gekommen und wie findet ihr diesen?

Auf den DIGITALHUB.DE sind wir über die Plattform accelerate.nrw aufmerksam geworden. Unser bisheriger Eindruck vom Hub ist: gut organisiert, professionell, gewinnbringend. Von Tag 1 an geht es direkt los mit spannenden Workshops und gut strukturierter Zusammenarbeit. Wir freuen uns besonders, das Coworking nutzen zu können und mit dem Netzwerk gemeinsam unsere Idee voranzubringen.

Share this post

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on print
Share on email

DWNRW
FÖRDerprojekt

Der DIGITAL HUB REGION BONN ist ein Förderprojekt von Digitale Wirtschaft NRW (#DWNRW).
Eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.