Finanzierung eines Start-ups

Start-up-Finanzierung: Diese Alternativen solltest du kennen!

Ein wichtiger Bestandteil der Existenzgründung ist die sorgfältige Planung der Finanzen. Denn eine schlecht durchdachte Finanzplanung, mit unzureichendem Kapital kann leicht zum Scheitern der Geschäftsidee führen.

In diesem Beitrag erfährst du, welche Finanzierungsquelle für dein Start-up geeignet ist.

Vorweg eine kurze Einleitung…

Angefangen von eigenen Ersparnissen bis hin zu Fördermitteln gibt es inzwischen mehrere Möglichkeiten ein Start-up finanziell zu rüsten. Weitere wichtige Finanzierungsquellen sind unter anderem: Bankkredite, Venture Capital, Business Angel, Crowd und zu guter Letzt Incubator/Accelerator. Ein Großteil der Start-ups mit innovativer Geschäftsidee präferieren die eben aufgelisteten Finanzierungsquellen.

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. hat im letzten Jahr eine umfassende Studie über das Start-up Ökosystem in Deutschland durchgeführt. Dabei wurden auch Finanzierungsquellen der Start-ups untersucht. Der Studie zufolge nutzten 80 Prozent der deutschen Start-ups eigene Ersparnisse. An zweiter Stelle befinden sich staatliche Fördermittel mit rund 35 Prozent. Gefolgt von folgenden Finanzierungsquellen: Familie und Freunde (31 Prozent), Business Angel (21 Prozent), Innenfinanzierung (19 Prozent), Venture Capital (15 Prozent), Inkubator/Accelerator (13 Prozent).

Ausschlaggebend ist jedoch, welche Finanzierungsquelle für dein Start-up geeignet ist. Damit dir die Entscheidung leichter fällt, haben wir in diesem Beitrag die wichtigsten Finanzierungsquellen  für ein “Start-up mit innovativer Geschäftsidee“ zusammengetragen.

Alternativ #1: Mit eigenen Ersparnissen gründen

Starten wir mit der ersten Alternative. Diese Methode der Finanzierungsquelle wird auch Bootstrapping genannt. Es beschreibt die Selbstfinanzierung ohne jegliches Fremdkapital. Ein wesentlicher Vorteil dieser alternativen Finanzierungsquelle ist die Tatsache, dass die erzielten Gewinne nicht “ausgeschüttet“ werden. Denn bei einigen anderen Finanzierungsoptionen sind beispielsweise Investoren beteiligt und erhalten somit einen prozentualen Anteil am Gewinn. Bei Bootstrapping ist das nicht der Fall. Abgesehen davon ist der Gründer oder die Gründerin durch die Selbstfinanzierung zielstrebiger, weil er/sie das selbst investierte Geld schnellstmöglich herausholen möchte.

Allerdings bringt diese Möglichkeit der Finanzierung auch Nachteile mit sich. Aufgrund knapper Ressourcen – sowohl finanziell als auch personell – entsteht ein hoher Leistungs- und Erfolgsdruck.

Es wird oft versucht mit wenig Geld möglichst viel Gewinn zu erzielen. Wer diese Hürde der Knappheit überwindet, kann beweisen, dass das Start-up ohne externe Unterstützung wachsen kann.

Fazit: Diese Finanzierungsquelle ist nur dann sinnvoll, wenn du ein ausreichendes Gründerbudget hast.

Alternativ #2: Finanzierung durch staatliche Förderprogramme

Die Bundesregierung unterstützt Existenzgründer*innen mit diversen Förderprogrammen. Egal ob Hochschulabsolvent*in, immatrikulierte*r Student*in oder in Gründerteams. Eine fristgerechte Bewerbung ist oftmals die erste Hürde. Es folgen Anträge, Motivationsschreiben und weitere Formalien.

Wichtige Förderprogramme für technologie- und wissensbasierte Start-ups sind: High-Tech Gründerfonds, INVEST-Zuschuss für Wagniskapital, EXIST-Gründerstipendium, EXIST-Forschungstransfer, German Accelererator für IKT- und Lifesciences-Start-ups, Deutsche Börse Venture Network und Coparion. Damit dieser Beitrag nicht allzu lang wird, haben wir die ersten drei wichtige Förderprogramme zusammengefasst. Im Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie findest du eine Liste der Förderprogramme mit diversen Informationen und Verlinkungen auf relevante Seiten.

High-Tech Gründerfonds (HTGF)

Der High-Tech Gründerfonds investiert in Technologie-Start-ups mit Venture Capital – dazu mehr im unteren Teil des Beitrag. Da dieses Förderprogramm ein Beteiligungsfonds ist, erfolgt die Finanzierung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI), der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 28 weiteren privaten Unternehmen. Das Ziel dieses Förderprogramms ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung zu leisten, sondern auch mit Know-how und einem starken Netzwerk Start-ups mit innovativer Geschäftsidee voranzutreiben.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stellt der HTGF dem High-Tech-Start-up bis zu 600.000 Euro in einer Kombination von Eigenkapital und Wandeldarlehen zur Verfügung und erwirbt dafür 15 Prozent der Unternehmensanteile. Ein Eigenkapital sei nicht notwendig, aber erwünscht.

Weitere Informationen rund um High-Tech Gründerfonds findest du hier.

EXIST-Gründerstipendium

Das EXIST-Gründerstipendium verfolgt das Ziel potentielle Gründer an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu motivieren und die Anzahl der technologieorientierter Gründungen zu erhöhen. Nicht nur Studierende, sondern auch Absolventen*innen und Wissenschaftler*innen können am Förderprogramm teilnehmen.

 

Die Höhe der Förderung variiert je nach Bildungsgrad. Während ein promovierter Gründer*in 3.000 Euro/Monat erhält, bekommt ein Absolvent*in mit Hochschulabschluss 2.500 Euro/Monat.

Wir vergeben unter Anderem das Gründerstipendium.NRW. Als immatrikulierter Studierende erhältst du 1.000 Euro/Monat. Falls du Interesse an dieser Finanzierungsquelle hast, kannst du dich im Rahmen des Accelerator Programms unter diesem Link bewerben.

Weitere Informationen rund um EXIST-Gründerstipendium findest du hier.

INVEST-Zuschuss für Wagniskapital

Das Förderprogramm INVEST mobilisiert zum einen private Investoren für mehr privates Wagniskapital und bringt zum anderen junge und innovative Start-ups mit diesen Investoren zusammen. Wenn sich Investoren mit mindestens 10.000 Euro Wagniskapital an einem Start-up beteiligen, erhalten sie 20 Prozent ihrer Investitionen steuerfrei erstattet.

Weitere Informationen rund um INVEST findest du hier.

Fazit: Es gibt zahlreiche Förderprogramme, die für dich als Gründer eines Start-ups vorteilhaft sein könnten. Es lohnt sich auf jeden Fall die passenden Fördermittel detailliert zu betrachten und dich für das passende Förderprogramm zu bewerben!

Alternativ #3: Bankkredite für finanzielle Engpässe

Kommen wir zur dritten Alternative einer möglichen Finanzierungsquelle: Bankkredite. Existenzgründer, die schon in der Startphase finanzielle Engpässe haben, beziehen zum Teil Kredite. Ein Kredit zu beziehen ist allerdings nicht so leicht. Bereits vor einem Bankgespräch wird ein professioneller Businessplan – Drei-Jahres-Planung – und weitere Unterlagen erwartet. Verspricht dein Vorhaben Erfolg, besteht die Chance der Bewilligung eines Kredites.

Es gibt auch Fördermöglichkeiten, die speziell an Existenzgründer gerichtet sind, wie beispielsweise Startkredite. Diese werden von Förderbanken mit geringen Zinssätzen angeboten. Eine der führenden Förderbanken ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Gründer können im Rahmen des “ERP-Gründerkredit – StartGeld“ bis zu 100.000 Euro Kredit beantragen. Die EU unterstützt die Kreditvergabe vor allem für Existenzgründer, sowie kleine und mittlere Unternehmen, indem sie die Garantie für die Rückzahlung der Kredite gegenüber der KfW übernimmt.

Fazit: Auch Finanzierungsmöglichkeiten durch Banken, vor allem Förderbanken, sind gute Alternativen. Wenn du dich für diese Alternative entscheidest, solltest du dein Vorhaben gut durchdenken, planen und alles dokumentieren. Denn nur so kannst du die Banken überzeugen.

Alternativ #4: Business Angel (BA)

Wie man es auch schon vom Namen erkennen kann, sind Business Angels “Schutzengel“ der Gründerszene. Hinter ihnen stecken erfahrene Unternehmer, die finanziell und mit Praxiserfahrung junge Gründer unterstützen. Sie investieren in der Regel um die 100.00 Euro. Was du aber wissen solltest ist, dass Business Angels überwiegend in der Seed- und/oder Start-up Phase eines jungen Start-ups investieren. Es ist allerdings nicht so einfach einen Business Angel zu finden. Es gibt kein zentrales “Business Angel Register“. Allerdings gibt es Business Angel Netzwerke, die dir bei der Suche weiterhelfen könnten.

Alternativ #5: Incubator und Accelerator

Nach dem Motto ´das Beste kommt zum Schluss´ möchten wir dir zum Abschluss des Beitrags zwei wichtige Programme vorstellen.

Starten wir mit dem Inkubator! Inkubatoren unterstützen junge Start-ups nicht nur mit Kapital und Beratung, sondern auch mit Büroinfrastruktur und Räumlichkeiten.

Im Grunde genommen ist ein Accelerator-Programm fast dasselbe wie ein Inkubator, nur die Premium-Variante. Ein Accelerator-Programm bietet weitaus mehr Features. Sie setzten im Vergleich zu Inkubatoren auf Geschwindigkeit und bieten relativ kurze Programme, in denen Start-ups sehr intensiv vorangetrieben werden. So schaffen es Start-ups in kürzester Zeit zu einem marktreifen Produkt. Für einen Accelerator muss man sich in der Regel bewerben, die Selektion ist besonders groß.

Falls du in NRW wohnst und an einem Inkubator- oder Accelerator-Programm interessiert bist, findest du auf accelerate.nrw eine Übersicht!

 

Im nächsten Beitrag der Serie werden wir uns detaillierter mit dem Thema Marketing befassen!

Aussagen der Autors geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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