Nachhaltigkeit Startups

Start-ups for Future? Nachhaltigkeit in der deutschen Start-up-Szene

Grüne Start-ups, nachhaltige Lösungen und eine „Green Economy“. Das Thema Klima- und Umweltschutz findet auch in der Gründerszene großen Anklang. Wir haben eine kleine Recherche über Nachhaltigkeit in der deutschen Start-up-Szene durchgeführt und für euch die wichtigsten Zahlen und Fakten zusammengetragen.

 

Nachhaltigkeit: Kein Hype, sondern Zukunft!

Man möge denken, dass die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit für den Klima- und Umweltschutz erst seit Greta Thunberg, einer 16-jährigen Klimaaktivistin mit ihrer globalen Bewegung „Fridays for Future“ ein großes und wichtiges Thema für die ganze Welt geworden ist. Doch bereits seit mehreren Jahren ist es in der Industrie, Wirtschaft und in anderen Sektoren ein wichtiger Bestandteil und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Auch die deutsche „grüne Gründerszene“ wächst von Jahr zu Jahr, Tendenz weiter steigend. Dazu später mehr!

 

Green Startups and Green Economy

Klären wir zunächst einmal zwei simple, aber umso mehr wichtige Begriffe: Grüne Start-ups und eine grüne Wirtschaft. Im „Green Startup Monitor 2018“ werden grüne Start-ups folgend definiert: „Start-ups sind jünger als 10 Jahre, (sehr) innovativ und/oder haben ein (geplantes) Mitarbeiter-/Umsatzwachstum. Die als „grün“ charakterisierten unter diesen Start-ups zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit ihren Produkten, Technologien und/ oder Dienstleistungen einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy leisten.“ Und was ist eine Green Economy? Green Economy bezeichnet eine nachhaltige Wirtschaft, die CO2-arm, ressourceneffizient und gleichzeitig sozial inklusiv ist.

 

Der Begriff Nachhaltigkeit wird meist zusammen mit Klima- und Umweltschutz genannt und er soll darauf hinweisen, dass alle Produktionen und Projekte auf einen anhaltenden Schutz unserer Umwelt abzielen sollen. I oekomedia-institut.de

 

DSM 2019: Eindeutige Zahlen und Fakten

Betrachten wir nun detailliert, wie es in der deutschen Gründerszene mit Nachhaltigkeit aussieht. Ergebnisse des „Deutschen Startup Monitors 2019“ zeigen, dass Start-ups zunehmend eine Schlüsselfunktion einnehmen, wenn es um die Lösung der großen Klima- und Nachhaltigkeitsherausforderungen der heutigen Zeit geht. Bereits über 36 Prozent der DSM-Start-ups ordnen sich demnach der Green Economy und/oder dem Bereich Social Entrepreneurship zu.

Deutsche Start-ups versuchen immer mehr ihre Geschäftsmodelle nachhaltig zu gestalten. Dafür wollen sie langfristig einen positiven ökologischen und gesellschaftlichen Beitrag leisten und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder sogar ausbauen. Nach aktuellen Berechnungen kann von rund 6.000 grünen Start-ups in Deutschland ausgegangen werden.

 

Entrepreneurs for Future

Erst waren es die Schüler, dann waren es auf einmal die Eltern und anschließend die Wissenschaftler. Und nun sind es die Unternehmer, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen. Ziel dieser Initiative ist es beizutragen, dass die Wirtschaft mit innovativen Produkten, Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen einen schnelleren Klimaschutz voranbringt. 

Gemeinsam mit fünf weiteren nachhaltig ausgerichteten Verbänden hat #EntrepreneursForFuture eine Stellungnahme erarbeitet, die konkrete Forderungen wie CO2-Bepreisung, Kohleausstieg, Agrar- oder Mobilitätswende adressiert.Bereits 4.481 Unternehmen haben die Stellungnahme unterzeichnet.

 

Grüne Startups mit grünen Erfolgsgeschichten!

In diesem Abschnitt möchten wir euch vier erfolgreiche grüne Start-up vorstellen, die wir für euch ausgesucht haben:

Green Start-up #1: Nuventura

Das Start-up aus Berlin hat die weltweit erste gasisolierte Mittelspannungsschaltanlage bis 36 kV entwickelt. Mit ihr kann das Treibhausgas SF6 durch Luft ersetzt werden, ohne auf die Vorteile von SF6-Anlagen zu verzichten. SF6 ist das stärkste Treibhausgas, das es gibt. Die tatsächlichen jährlichen Emissionen von SF6 entsprechen den jährlichen CO2-Emissionen von etwa 100 Millionen Autos. Nuventura will mit seiner Technologie SF6 überflüssig machen.

Green Start-up #2: Solmove

Das Gründungsteam von SOLMOVE aus Potsdam (Brandenburg) entwickelt smarte Straßen. Der SOLMOVE- „Solarteppich“ ist ein innovativer Straßenbelag, der Strom erzeugt und zugleich Schnee abtaut und Daten erzeugt. So lässt sich saubere Energie ohne Fläschenverbrauch gewinnen und für Elektromobilität nutzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Module einfach auf die vorhandene Fläche aufgeklebt und nach Abnutzung in den etablierten Recyclingprozess für Solaranlagen überführt werden können.

Green Start-up #3: ME Energy

Die Gründer aus Berlin wollen Elektromobilität für jeden möglich machen. Dafür entwickeln sie Schnellladesäulen, die überall, ohne Anschluss an Stromnetz oder Anforderungen an Infrastruktur, aufgestellt werden können. Sie funktionieren unabhängig von Autotyp und Ladenetzwerken. Dies ist besonders für ländliche Regionen interessant, die bisher wegen der fehlenden Ladeinfrastruktur weitgehend vom Umstieg auf das E-Auto ausgeschlossen waren.

Green Start-up #3: Manyfolds

Mit der Software des Startups aus München (Bayern) wird 3D-Möbeldesign zu einem 2D-Schnittmuster. Es werden hauptsächlich Well- und Wabenpappen verwendet, sodass die Möbel günstig sind, nur ein Bruchteil an Energie und Material gegenüber konventionellen Möbeln benötigen und mit hochautomatisierten Verfahren produziert werden können.

 

Aktuelles: Sustainability Clause

Fahren wir nun mit einer etwas anderem; einer aktuellen Meldung fort. Ende Januar dieses Jahr haben mehr als 20 deutsche Wagniskapitalgeber eine Klausel für Nachhaltigkeit (Sustainability Clause) eingeführt, mit der sie künftig alle neu finanzierten Unternehmen zu mehr Klimaschutz verpflichten wollen. Zu den beteiligten Geldgebern gehören bekannte Namen wie Earlybird, Cherry Ventures, Project A und Holtzbrinck Ventures.

 

Wie nachhaltig ist Dein Start-up?

Um dein Start-up nachhaltig ausrichten zu können, ist es für dich als Gründer zunächst sinnvoll an der Triple Botton Linie zu orientieren. Diese beinhaltet drei wesentlichen Aspekte, auf denen Nachhaltigkeit aufbaut – Ökonomie, Ökologie und Soziales. Für ein Start-up bedeutet das konkret, Profit, Planet und Menschen gleichermaßen zu beachten und in Handlungen zu berücksichtigen.

 

Aussagen des Autors geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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