Glossar

Accelerator

Accelerator Programme haben das Ziel dem Startup durch entsprechendes Knowhow und Ressourcen unter die Arme zu greifen, um schnellstmögliches Wachstum hervorzubringen. Hierbei geht es vor allem darum die bereits bestehende und ausgereifte Idee mithilfe von finanzieller Unterstützung und entsprechendem Mentoring zum Wachsen zu bringen, und nicht die Ausreifung und das Weiterentwickeln der Idee, welches Aufgabe der Inkubatoren ist.

Bootstrapping

Bootstrapping kommt aus dem englischen Begriff bootstrap (zu Deutsch: Stiefelriemen). Es bezieht sich auf Baron Münchhausen, der sich selbst aus eigener Kraft aus dem Sumpf befreite. In der Startup-Szene wird dieser Begriff verwendet, wenn es um Startups geht, die ihr Startup ohne Fremdfinanzierung aus eigenen Mitteln finanzieren.

Business Angel

Als Business Angel wird ein erfolgreicher Unternehmer bezeichnet, der auf einen Startup von Beginn an setzt und es bei der Gründung unterstützt, und zwar nicht nur durch finanzielle Unterstützung, sondern auch sowohl durch Knowhow und Fachkompetenz, als auch durch Netzwerkkontakte. Oft waren diese Unternehmer selbst mal Gründer. In Deutschland haben sich verschiedene Business Angels zu dem Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) zusammengeschlossen, auf dessen Website sich Startups für eine Förderung bewerben können.

Business Plan

Ein Business Plan ist ein Dokument, welches i.d.R. zwischen 10 und 50 Seiten lang ist und alle Einzelheiten der Geschäftsidee und deren Umsetzung enthält. Dazu gehören insbesondere die detaillierte Idee, die Zielgruppe, Umsetzungs- und Marketingmaßnahmen, Chancen und Risiken und erwartete Kosten und Umsätze. Neben dem besseren Überblick, den der Businessplan für das Gründerteam verschafft, ist er insbesondere auch für potenzielle Investoren interessant.

Co-Founder

Einer von mehreren Gründern, bzw. ein Mitgründer.

Crowdfunding

Crowdfunding ist eine Finanzierungsform, bei der viele Kleininvestoren in ein Unternehmen oder ein Startup investieren, und somit die Summe all dieser Investitionen die Umsetzung des jeweiligen Projekts ermöglicht. Standardmäßig bekommt jeder Kleininvestor entsprechend seiner Investition kleine Anteile an dem Unternehmen (Crowdinvesting), ebenso gibt es aber auch Modelle, bei denen der Investor keine Anteile bekommt, bspw. beim sog. Crowdlending, in dem die Investition ein verzinstes Darlehen darstellt.

Digitalisierung

Digitalisierung bezeichnet zum einen die Überführung von analogen Informationen, wie z.B. papierbasierte Bilder und Dokumente, in ein digitales Format, zum anderen umfasst dieser Begriff auch die durch die digitale Darstellung von Informationen verursachten Veränderungen auf privater, geschäftlicher, öffentlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Disruption

Eine Disruption liegt dann vor, wenn eine Innovation das bereits etablierte Produkt übertrifft, verdrängt und ersetzt. Der Markt wird also „zerschmettert“, wie die deutsche Übersetzung für das englische Wort disrupt lautet.

Due Diligence

Dieses Konzept wird angewendet, um das Risiko bei der Finanzierung eines Startups/Unternehmens für den Investor möglichst gering zu halten. Hierfür wird dem Investor die Möglichkeit gewährt, das Unternehmen sorgfältig und detailliert zu prüfen und zu analysieren.

Early Stage

Es ist die erste Finanzierungsphase eines Startups und setzt sich aus der Pre-Seed-Finanzierungsphase und der Seed-Finanzierungsphase zusammen. Sie wird gefolgt von der Growth Stage.

Exit

Mit Exit wird der Verkauf eines Startups durch die Gründer oder Investoren (z.B. VCs) bezeichnet. Gründer verkaufen ihre Anteile entweder an ein anderes Unternehmen oder an der Börse. Investoren haben zusätzlich die Option ihre Anteile an die Gründer zu verkaufen. Ziel ist es, den größtmöglichen Gewinn dabei zu erzielen. Ein Exit muss nicht zwangsläufig den totalen Abschied der Gründer vom Startup bedeutet, auch nach dem Exit können Gründer weiterhin in ihrem Startup tätig sein.

Family Offices

Organisationsformen, die die Verwaltung privater Großvermögen übernehmen.

FFF

Friends, family and fools – dies sind oft die ersten Geldgeber für einen Startup. Oft ist die Erwartungshaltung hierbei nicht sehr hoch und die Bedingungen sind nicht streng, denn finanzielles Interesse ist hierbei meist nicht im Vordergrund. Davon kann ein Startup zu Beginn sehr profitieren, kommt es allerdings zu einem Scheitern des Startups kann die persönliche Beziehung darunter leiden.

Finanzierungsphasen

Die Finanzierung eines Startups erfolgt in Phasen. Der anfänglichen Finanzierungsphase (Early Stage), die durch geringe Finanzierungssummen charakterisiert ist, folgt die Wachstumsphase (Growth Stage) mit deutlich höherem Kapital, die wiederum gefolgt wird von der spätesten Finanzierungsphase (Later Stage), in der auch große und etablierte Unternehmen Interesse an das Startup zeigen.

Franchise

Gegen eine regelmäßige Franchise-Abgabe wird dem Franchisenehmer die Nutzung eines bereits vorhandenen Geschäftskonzepts gestattet. Das heißt der Franchisenehmer startet mit der Idee, Strategie und dem Konzept eines anderen und ist dabei frei diese auszuweiten und zu verändern, trägt dabei aber das volle Risiko. Der Franchisegeber verdient somit daran, ohne selbst ein Risiko einzugehen. Allerdings riskiert man die Reputation der eigenen Marke/Firma, falls der Franchisenehmer eine nicht erfolgreiche Strategie anwendet.

Freemium

Dieses Modell ist weit verbreitet bei Apps und anderen Onlinediensten – es wird eine eingeschränkte Version des Dienstes kostenlos zur Verfügung gestellt, die sich daraufhin viele User herunterladen und somit auf das Produkt oder den Anbieter aufmerksam gemacht wird. Die Premiumversion, die durch mehr Funktionen höheren Ansprüchen gerecht wird, wird dann bei Wunsch käuflich erworben.

Github

Durch Github wird die Koordination erleichtert, wenn viele verschiedene Entwickler an einem Software-Projekt arbeiten. Jeder Entwickler kann nach bearbeiten einer Software seine Version des Codes auf der Github-Seite hinterlassen, sodass andere Entwickler diese Version noch weiter entwickeln können.

Growth Stage

Je fortgeschrittener das Stadium eines Startups ist, desto höher ist auch der Kapitalbedarf. Somit reichen für ein Startup, das den Early Stage erfolgreich bestanden hat, die anfänglichen Finanzierungsquellen nicht mehr aus. An dieser Stelle kommen Venture Capital Fonds mit ins Spiel, die hohe Millionensummen für das Startup aufbringen können. Neben VCs sind auch Family Offices eine weitere Option für Startups hohes Kapital einzusammeln.

Inkubator

Wörtlich: Der Brutkasten. In einer sehr frühen Phase, teils lange vor der Gründung, wenn lediglich die Idee vorliegt, werden die Träger der Idee umfangreich beraten und gecoacht, Arbeitsplätze werden zur Verfügung gestellt und evtl. Hilfe bei der Teamgründung geleistet, um die Idee ausreifen zu lassen. Ebenso werden die Startups mit potentiellen Investoren, Förderern und Kunden vernetzt, sodass auch das Finden von Kapitalgebern ermöglicht wird.

IoT (Internet of Things)

Durch den Begriff Internet of Things wird die Vernetzung von smart devices (oder „intelligenter Gegenstände“) zum Ausdruck gebracht. Verschiedenste Geräte, teils auch Alltagsgegenstände, werden durch die Ausstattung mit Prozessoren und Sensoren dazu in die Lage versetzt, miteinander zu kommunizieren. Diese gestiegene „Smartheit“ von Gegenständen wird heutzutage größtenteils von Startups verursacht und vorangetrieben, während anfänglich größere Unternehmen diese Gegenstände smart gemacht haben.

Joint Venture

Ein Joint Venture ist eine Kooperation zwischen zwei oder mehr voneinander unabhängigen Firmen, mit dem Ziel gemeinsam ein neues unabhängig agierendes Unternehmen zu gründen. Durch das Zusammenfügen der Knowhows der kooperierenden Unternehmen soll die Neugründung das höchstmögliche Potential aufweisen.

Kickstarter

Bei einer Kickstarter-Kampagne verkauft das Startup sein Produkt bevor es überhaupt produziert wird, womöglich bevor überhaupt die Details des Produktes feststehen. Somit kann man das Startup unterstützen ohne als Kreditgeber oder Anteilseigner zu agieren, und profitiert in jedem Fall am Ende durch den Erhalt des Produktes.

Later Stage

Hat sich das Startup nach dem Growth Stage als Erfolg erwiesen, zeigen immer mehr etablierte Unternehmen Interesse an dem Startup, was u.U. auch ein Interesse an eine Übernahme des Startups durch das Unternehmen sein kann. Abhängig von der gebotenen Summe für das Startup, kann sich ein Gründer tatsächlich für den Exit entscheiden.

Launch

Der große Moment, in dem das Produkt/die Anwendung zur Verfügung gestellt wird bzw. auf den Markt kommt.

Lean Startup

Die Lean-Startup-Theorie besagt, dass Gründer möglichst frühzeitig mit einer funktionstüchtigen Beta-Version des Produktes auf den Markt gehen sollten, um so früh wie möglich Kundenfeedback einzuholen, welches in die weitere Produktentwicklung miteinfließt. Möglichst kurze Produktentwicklungszyklen, die durch ständiges Einholen von Kundenfeedback und einer entsprechenden Anpassung des Produktes charakterisiert sind, sollen auf eine möglichst effiziente Art und Weise zu einem marktreifen Produkt führen.

Meetup

Ein Meetup ist ein Treffen, bei dem Interessierte eines bestimmten Fachgebietes (u.a. Gründer und Gründungsinteressierte) zusammenkommen und sich austauschen.

Minimal Viable Product (MVP)

Die einfachste funktionstüchtige Version des Produktes, die nur die wesentlichsten Funktionen besitzt, aber noch keine fehlerfreie und marktfähige Version des Produktes darstellt. Wie beim Begriff Lean Startup bereits erläutert, sollte dieses Produkt möglichst schnell entwickelt und auf den Markt gebracht werden, um so schnell wie möglich die voll ausgereifte Version auf den Markt bringen zu können.

Non-Disclosure Agreement

Eine der großen Befürchtungen, die ein Startup oft zu Beginn bei der Suche nach Co-Foundern oder nach Kapital hat, ist, dass die Idee geklaut wird und von jemandem anderen umgesetzt wird. Hier kann ein Non-Disclosure Agreement (NDA) eine Lösung darstellen, da die zweite Partei dazu verpflichtet wird, Informationen bei Verhandlungen oder einem Vertragsabschluss vertraulich zu behandeln.

Pitch

Ein Pitch ist eine Vorstellung der Geschäftsidee vor Investoren, Kunden und anderen geschäftsrelevanten Personen, aber auch vor Freunden und Familie. Ein Gründer sollte dabei in der Lage sein verständlich und in kürzester Zeit überzeugend zu pitchen, um möglichst viele Menschen von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen.

Pre-Seed-Finanzierung

Mit Pre-Seed-Finanzierung wird die Phase vor der ersten professionellen Finanzierungsphase, der Seed-Finanzierungsphase, bezeichnet. Die Finanzierung erfolgt hier hauptsächlich durch FFF.

Return on Investment (RoI)

Das RoI stellt eine Kenngröße zur Rentabilitätsmessung einer Investition dar. Es ist nichts anderes als das Verhältnis vom erbrachten Gewinn zum hierfür aufgebrachten Kapital.

Seed-Finanzierung

In der anfänglichen Phase hat der Gründer neben der Idee, und sehr bescheidenen finanziellen Hilfen von FFF nicht viel zu bieten, um ein weiteres Wachsen des Startups zu ermöglichen. Hier übernehmen die ersten professionellen Kapitalgeber, meist Business Angels und Förderprogramme die Finanzierung des Startups und setzen somit die Saat für den Erfolg.

Silicon Valley

Geographisch gesehen ist es der südliche Teil der San Francisco Bay Area. Mit dem Begriff wird i.d.R. einer der bedeutendsten Standorte für IT- und Hightech-Unternehmen und das weltweit größte Ökosystem für Startups in Verbindung gesetzt.

Skalierbarkeit

Bei der Definition eines Startup wird ein hohes Wachstumspotential als eines der wichtigsten Merkmale eines Startups aufgeführt. Wie hoch dieses Potential ist wird durch die Skalierbarkeit erfasst.  Je mehr Faktoren, die zu mehr Wachstum führen (z.B. Umsatzsteigerung, Erweiterung der Vertriebskanäle, größere Zielgruppe, etc.) auf einen Startup zutreffen können und je geringer die Kosten, die mit dieser Wachstumserbringung verbunden sind, desto größer ist die Skalierbarkeit.

Spin Off

Bezeichnet die Gründung eines Unternehmens durch die Abspaltung einer Einheit aus einem bereits bestehenden Unternehmen.

Startup

Ein Startup ist eine Firma, welche sich in der ersten Phase des Unternehmenslebenszyklus befindet und sich von einer Unternehmensgründung durch eine besonders innovative, evtl. auch disruptive, Geschäftsidee und besonders hohem Wachstumspotential mit hoher erwarteten Rendite unterscheidet. Geringe finanzielle Ressourcen bei der Gründung und die Angewiesenheit auf Kapitalzufuhr von außen sind weitere typische, aber nicht notwendige Merkmale eines Startups.

Traction

Wenn auch dieser Begriff schwer zu definieren ist und verschiedenste Variablen umfasst, handelt es sich dabei ganz grob darum, wie nachgefragt das angebotene Produkt ist. Die Anzahl an Nutzern und Interaktionen, Klienten, Partnerschaften, aber auch Profitabilität und Erträge sind hierbei die zentralsten Elemente.

Unicorn

Unicorns sind Startups, die mit mehr als eine Milliarde Dollar bewertet sind.

Unique Selling Proposition (USP)

Eigentlich bei einem Startup per Definition vorhanden: das Alleinstellungsmerkmal, oder auch Unique Selling Proposition. Mit der Frage nach der USP wird letztendlich auch getestet, wie innovativ und disruptive das Produkt wirklich ist, denn die USP ist nur dann vorhanden, wenn das Produkt oder die Dienstleistung weder mit anderen Nebenfunktionen oder Design noch in einem anderen Ort bereits existiert.

Usability

Usability gibt das Ausmaß an, in dem ein Produkt oder eine Anwendung intuitiv und leicht zu bedienen ist, oder auch deren Benutzerfreundlichkeit. Eine andere Bedeutung für Usability ist die Gebrauchstauglichkeit, welche nach DIN EN ISO 9241-11 das Ausmaß darstellt, in dem das Produkt in einem bestimmten Anwendungskontext für die jeweiligen Nutzer hilfreich ist um Ziele effizienter zu erreichen.

Venture Capitalist

Venture Capitalisten können auf Deutsch auch als Risikokapitalanleger bezeichnet werden. Ein VC investiert somit in ein riskantes Projekt und hat dementsprechend auch hohe Anforderungen an das Wachstum eben dieses. VCs investieren typischerweise in Startups, deren Idee sie besonders gut und vielversprechend finden und erlangen durch ihre Investition Unternehmensanteile an dem Startup. Ziel ist es nach Wachstum des Startups die Anteile mit einem Gewinn zu verkaufen.