Startup Interview emiigo DIGITALHUB.DE

Suchmaschine für lokale Produkte – emiigo im Interview

Das Start-up emiigo macht den stationären Einzelhandel digital sichtbar: Produkte können ganz einfach online in den lokalen Geschäften in der Nähe gefunden oder durchstöbert werden – mit Echtzeit-Bestand und Umgebungskarte. Die innovative Produktdatenbank ermöglicht dem Handel eine einfache Anbindung ohne Mehraufwand, und Kooperationen mit z.B. (Lastenrad-)Lieferdiensten und kommunalen Angeboten komplettieren eine ganzheitliche Lösung. Damit ist emiigo eine echte Alternative zum bisherigen Online-Versandhandel!

 

Wer seid Ihr, wie ist der Name eures Start-ups und seit wann gibt es euch?

Wir sind Lisa, Lennart und Yves und bilden das Gründerteam von emiigo. Darüber hinaus haben wir bereits einige ehrenamtliche Unterstützer:innen dabei und starten zurzeit mit dem Aufbau eines festen Teams. Unsere offizielle Gründung ist in Vorbereitung, auf den Markt gehen wir Anfang 2022.

 

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Die Grundidee für emiigo hatte ich, Lisa, schon 2019, da hätte ich die Plattform selbst gut gebrauchen können. Ich hatte mich bei meiner Recherche für ein bestimmtes Produkt entschieden und war mir sicher, dass es bereits irgendwo in Köln erhältlich ist. Aus zeitlichen und ökologischen Gründen wollte ich nicht online bestellen, außerdem möchte ich – soweit möglich – den Einzelhandel unterstützen.
Doch es war sehr aufwendig, herauszufinden, welches Geschäft das Produkt aktuell vorrätig hat. Letztendlich habe ich über Facebook den Hersteller des gewünschten Produkts angeschrieben, der mir zumindest mitteilen konnte, welche Händler grundsätzlich ihre Produkte führen. Als ich daraufhin auf gut Glück zu einem mir bis dato nicht bekannten Geschäft gefahren bin, dachte ich nur „so eine Suche muss doch einfacher sein?!“.

Zunächst habe ich aber noch nicht an eine Gründung gedacht, denn ich war zu dem Zeitpunkt recht frisch Freelancerin im UX Consulting und hatte ein volles Auftragsbuch. Außerdem war ich überzeugt, dass es die Lösung sicherlich bereits gibt. Fündig wurde ich allerdings auch Monate danach nicht und auch durch die Corona-Pandemie schien seltsamerweise kein Unternehmen nachzuziehen.

Vor ca. einem Jahr fing ich dann mit einer konkreten Recherche und Marktanalyse an, habe Umfragen im Handel und unter Konsument:innen sowie beteiligten Verbänden und Institutionen durchgeführt und Studien, Beiträge und Artikel ausgewertet. Und da all dies ziemlich bestätigend war, habe ich mich entschlossen, die Lösung selbst zu entwickeln, ein Team zu finden und emiigo zu gründen.

 

Was ist Euer USP? Was ist das Besondere an eurem Start-up?

Das Besondere an emiigo ist der erstmalig ganzheitliche Ansatz von emiigo, von dem alle Beteiligten profitieren:

Konsument:innen haben endlich eine digitale Anlaufstelle für die Sortimente in den lokalen Geschäften. Sie sind also zum Stöbern und Entscheiden nicht mehr von Ladenöffnungszeiten oder Lieferdiensten abhängig. Per Umkreissuche und über eine Kartendarstellung werden die entsprechenden Geschäfte in ihrer gewünschten Umgebung angezeigt – ganz flexibel z.B. auch beim Wochenend-Trip in Berlin.

Da wir bei emiigo den Produkt-Content direkt im Austausch mit den Herstellern verwalten, bieten wir dem Handel einen entscheidenden Mehrwert: Weniger Aufwand und Kosten für mehr digitale Sichtbarkeit und Reichweite. Lästiges Hochladen von Bildern oder Pflegen von Beschreibungstexten entfällt, außerdem ist ein eigener Online-Shop nicht notwendig (aber natürlich weiterhin möglich). emiigo führt Menschen wieder gezielt in die Läden, und ein Versand der Produkte ist lediglich optional. Daher können Händler:innen sich ganz auf ihr stationäres Geschäft konzentrieren.

Durch die intelligente Verknüpfung der Produktinformationen, Bestandsdaten und Suchanfragen der User können wir zudem spannende Auswertungen generieren, und mit z.B. Portfolio-Empfehlungen oder Aussagen über das Kundenverhalten den Einzelhandel weiter fördern.

emiigo sichert in der Folge lokale Arbeitsplätze, trägt zur Revitalisierung der Innenstädte bei und unterstützt durch die Reduzierung von Lieferverkehr und Verpackungsmüll die Klimawende sowie eine nachhaltige Stadtentwicklung.

 

Wer ist Eure Zielgruppe?

Als B2B2C-Plattform betrachten wir in unserem Hauptgeschäft zunächst zwei Zielgruppen:

Unsere direkten Kunden sind stationäre Geschäfte und Filialen. Wir schließen grundsätzlich keine Branchen oder Warengruppen aus, aber fokussieren uns anfänglich auf solche Sortimente, die sich als für Konsument:innen am wichtigsten für eine lokale Suchmaschine herausgestellt haben.

End-Kund:innen sind vorrangig Konsument:innen, die

  • einen unmittelbaren Bedarf haben und z.B. heute noch ein passendes Kabel oder bestimmtes Geburtstagsgeschenk benötigen
  • auf ihren CO2-Fußabdruck achten und für Produkte, die bereits in der Nähe im Regal liegen, keinen zusätzlichen LKW auf die Straße schicken möchten
  • explizit den lokalen Handel unterstützen möchten oder eine Beratung brauchen
  • große Online-Konzerne aufgrund diverser Kritik (Steuerpraktiken, Arbeitsbedingungen etc.) zu vermeiden versuchen

 

Was ist Euer Geschäftsmodell und wie sieht Euer Pricing aus?

Haupt-Einnahmequelle sind monatliche Beträge der angebundenen Geschäfte und Filialen. Für die Beitragshöhe werden unterschiedliche Geschäftsgrößen und Umsätze berücksichtigt, außerdem stehen verschiedene Leistungspakete zur Auswahl. Die Auswertungen der Nutzungsdaten werden per Abo vertrieben, auch hier wird es unterschiedliche Preisstufen je nach Leistungsumfang geben.

Weiterhin bieten wir Herstellern und dem Handel Werbe- und Aktions-Flächen für ihre Produkte an. Auch Kommunen können z.B. kommunale Events oder Ankündigungen publizieren. Weiteres Geschäftspotential ergibt sich aus Kooperationen mit anderen Unternehmen im Sinne des Plattform-Gedankens von emiigo.

 

Welchen Markt habt Ihr anvisiert (regional, national, international)?

Wir starten zunächst in Pilotstädten und können dann relativ schnell in weitere Regionen expandieren. Landesgrenzen sind dabei kein Hindernis. Weiter ist eine Skalierung in unterschiedlichen Bereichen möglich und angedacht, z.B. kann das Produktangebot erweitert werden.

Wir führen kontinuierlich weitere Marktanalysen durch und werten das Feedback unserer Zielgruppen aus, um flexibel auf die Anforderungen und Bedürfnisse aller Beteiligten reagieren zu können.

 

Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Unsere Vision ist relativ umfangreich und wir müssen uns anstrengen, mit dem kleinsten Nenner zu starten 😉

Daher wird im ersten Schritt die Transparenz über das lokale Produktportfolio mittels Verfügbarkeitsabgleich priorisiert. Sukzessive werden diverse Services angeboten, die zu erhöhtem Komfort, zur Lösung logistischer Herausforderungen und zur Vereinbarkeit von Konsum und nachhaltiger Lebensweise beitragen. Dazu gehören z.B. eine Reservierungsmöglichkeit, verschiedene Versandoptionen (z. B. per Lastenrad und mit reusable packaging) sowie die Anbindung von Paketannahmestellen und -boxen als komfortable Zwischenlösung zwischen Abholung und Versand. Features, wie die Unterstützung von Sprachassistenz-Systemen und Online-Beratungen runden die Experience ab.

Auch stehen für den Handel bereits einige Optimierungen in der Pipeline und Kooperationen mit anderen Unternehmen und Initiativen sind geplant.

 

Wie seid ihr eigentlich zum Hub gekommen und wie findet ihr diesen?

Erstmalig kennen gelernt habe ich den DIGITALHUB.DE beim Summer Slam Festival. Die Lage direkt am Rhein war wirklich sehr schön. Nun konkret mit emiigo sind wir über den Ideenwettbewerb WOWFAKTOR zum Accelerator Programm des Hubs gekommen und werden toll unterstützt! Darüber hinaus nutzen wir gerne das Coworking am Standort am Hbf.

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FÖRDerprojekt

Der DIGITAL HUB REGION BONN ist ein Förderprojekt von Digitale Wirtschaft NRW (#DWNRW).
Eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.