Xpectors; Foto: Simon Hecht

Digitalisierung im Gesundheitswesen [ Xpectors im Interview ]

Xpectors ist ein Startup-Unternehmen, welches sich ganz dem Gesundheitswesen und dem Fortschritt im Zuge der Digitalisierung widmet. Im Fokus der Gründer Mara Ticmanis und Dr. Bernd Niethen stehen neben der Entwicklung von innovativen eHealth-Lösungen auch die Unterstützung und die aktive Begleitung von Forschungsvorhaben zu patient generated data.
 

Simon: Hallo Mara und Bernd, wann habt ihr Xpectors ins Leben gerufen?

Mara: Hallo Simon! Seit ca. einem Jahr beschäftigen wir uns intensiv mit unserem Startup.

 

Simon: Wie seid ihr denn überhaupt auf diese Idee gekommen?

Mara: Wir kommen beide aus dem Gesundheitswesen. Und wir haben festgestellt, dass dort systematisch erfasste Feedback-Daten von Patienten eigentlich komplett fehlen. Aber genau diese wären für viele Anbieter und die Versorgung des einzelnen Patienten sehr wertvoll. Und heute sind die Möglichkeiten da, Feedback von Patienten digital zu erfassen. Die Digitalisierung ist auch im Gesundheitswesen im vollen Gange. Und diese wollen wir mit unseren digitalen Lösungen gerne mitgestalten.

 

Simon: Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Bernd: Unser Geschäftsmodell funktioniert so, dass Ärzte und Patienten eine App kostenfrei erhalten und auch einsetzen können. Kostenpflichtig wäre die Lösung für die Pharmaindustrie, die von Auswertungen der anonymisierten Metadaten stark profitieren könnte. Wir möchten aber ausschließlich Daten nutzen, die freiwillig weitergegeben werden. Durch diese kann der Therapieerfolg und die Therapiesicherheit langfristig für alle Patienten optimiert werden. Auch die Nähe zwischen Patienten und Arzt kann verbessert werden. Für die Pharmaindustrie haben Patienten-Feedbacks einen hohen Wert, weil auf diese Art und Weise Therapien entwickeln werden können, die noch individueller auf den Patienten zugeschnitten sind. Hilfreich kann eine digitale Feedback-Lösung auch für eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pharmaunternehmen werden.

Mara: Und ganz wichtig ist es uns an dieser Stelle noch einmal zu sagen, dass Daten natürlich nicht einfach so weitergeben werden sollen. Der Patient hat immer die Hoheit über seine Daten und entscheidet selbst, welche Daten genutzt werden dürfen. Alle Auswertungen finden zudem nur in anonymisierter Form statt. Dies kann die Datenlage im gesamten Gesundheitssystem und schlussendlich so auch die Therapien für den Patienten verbessern. Personenbezogene Daten müssen nicht preisgegeben werden.

Bernd: Ja, das stimmt. Denn nicht der Patient als einzelner ist interessant, sondern die Patientenschaft im Gesamten. Man kann Informationen nicht auf einen individuellen Patienten zurückverfolgen, aber wir bekommen so ein Gesamtbild von Therapie und ihrem Erfolg.

 

Simon: Was ist denn das Besondere an Xpectors, euer USP?

Bernd: Unser USP liegt darin, dass wir eine niedrigschwellige App entwickeln. Unsere Entwicklung bezieht dabei Bedürfnisse und Bedenken von allen Beteiligten des Gesundheitswesens ein, wie zum Beispiel Patient, Arzt, Apotheker, Pharmakonzern und Krankenkassen. Unser Ziel ist es, so eine Lösung mit einem hohen Nutzen und einer breiten Akzeptanz im Mark anzubieten. Es geht uns um die Verbesserung der Versorgung durch ein sinnvolles Data Sharing, zu der jeder Patient nach eigenem Ermessen etwas beitragen kann. Einen weiteren USP gibt es bei der Datensicherheit, denn es gibt neben notwendigen Standardsicherheitsmaßnahmen zusätzlich keine Rückverfolgbarkeit auf einzelne Nutzer.

 

Simon: Wer ist denn genau eure Zielgruppe und wie sprecht ihr diese an?

Mara: Es ist so, dass die geplante App prinzipiell jeden unterstützen kann, der Medikamente einnimmt. Aber wir werden uns anfangs auf einzelne Zielgruppen fokussieren, bei denen wir denken, dass sie den größten Nutzen haben werden.

Bernd: Im Grundsatz ist es so, dass jeder diese App benutzen können soll. Die therapeutische Unterstützung dient sowohl dem Patienten als auch dem Arzt. Es geht auch darum, dass das Wohlbefinden des Patienten für seinen Arzt dauerhaft transparenter wird.

 

Simon: Wie erfährt denn der Patient von Xpectors und der App „FeFoMed“ (Feedback For Medication)?

Mara: Der beste Weg wäre es, wenn der Patient von seinem Arzt darüber informiert würde. Wir machen aber eine Marktforschung, um herauszufinden, wo diese App im Gesundheitsmarkt am besten platziert werden müsste, damit Sie auch bei den Patienten ankommt.

 

Simon: Welchen Markt habt ihr mit eurer App angepeilt (regional, national, international)?

Mara: Unser geplanter Eintrittsmarkt ist der deutsche Markt. Darauf liegt derzeit unser Fokus, denn wir beide kennen diesen gut. Es ist aber so, dass diese Lösung auch Potential zur Internationalisierung hat.

Bernd: Der Markt ist langfristig überall da zu sehen, wo es Patienten und mobile Endgeräte gibt und die richtigen Akteure des Gesundheitswesens patient generated data wertschätzen und für die Verbesserung von Therapien nutzbar machen möchten.

 

Simon: Wird die App auf den Kunden angepasst?

Mara: Die App wird maximal einfach und personalisiert. Sie bietet dem Kunden keine überflüssigen Funktionen an. Sie wird auf die Therapie des Patienten zugeschnitten. Das ist unser Ziel.

 

Simon: Wie gefällt es euch beim DIGITALHUB in Bonn?

Bernd: Das Accelerator-Programm bietet uns mit dem Coworking ein Zuhause und eine Firmenadresse, den Austausch mit anderen Startups zum Thema Datensicherheit und App-Entwicklung und vieles mehr. Was für uns auch interessant ist, sind Unterstützungsmöglichkeiten bei der Gewinnung von Fördermitteln und -möglichkeiten von Bundesregierung und EU. Auch hierzu bekommen wir strukturierte Hilfe.

Mara: Der Hub ist für uns zudem eine große Unterstützung für den Aufbau, die Positionierung und Präsentation des Unternehmens und unserer Marke. Eine gute Plattform, um Xpectors und FeFoMed bekannt zu machen und uns weiter zu vernetzen.

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