Lisa Buschan I 03.11.2026

Projektbericht: Wissensmanagement in der Produktion

„Denn wir wissen nicht, was wir nicht wissen“

1. Beschreibung des Unternehmens

Branche: Handwerkund Produktion
Standort: Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen
Unternehmensgröße: Rund 250 Mitarbeitende
Tätigkeitsfeld: Herstellung von Fenstern, Türen und weiterenBauelementen

Das familiengeführte Unternehmen stellt Kunststoff- und Aluminiumfenster,Haustüren, Objekt- und Fassadenlösungen sowie individuelle Sonderanfertigungenher. Am Produktionsstandort mit mehr als 55.000 m² Fläche werden täglich bis zu1.000 Elemente gefertigt. Die Produkte werden nach Kundenanforderungenkonfiguriert und für den Versand vorbereitet.

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2. Was war die zentrale Fragestellung oder Herausforderung?

Wie lässt sich das über viele Jahreaufgebaute Erfahrungswissen der Mitarbeitenden sichern, bevor es durch denRuhestand oder einen Wechsel aus dem Unternehmen verloren geht?

Im Produktionsalltag entstehen immer wiederähnliche Fragen. Häufig werden sie telefonisch geklärt, und die Antwortenkennen nur einzelne, erfahrene Mitarbeitende. Viel wichtiges Wissen steckt inderen Erfahrung und ist weder dokumentiert noch für andere einfach auffindbar.Gesucht wurden deshalb zeiteffiziente und alltagstaugliche Wege, Wissenstrukturiert festzuhalten und den Wissenstransfer zwischen den Generationen zuerleichtern.

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3. Wie sind wir vorgegangen und welche Methoden haben wir genutzt?

Um die Herausforderung des Unternehmens besser zu verstehen und gemeinsam mögliche Lösungsansätze zu entwickeln, haben wir mehrere Schritte durchlaufen:

  • Erstkontakt: Der erste Kontakt entstand über LinkedIn. Nach einem Austausch mit weiteren Informationen zum Projekt folgte ein telefonisches Gespräch, in dem die Herausforderung näher besprochen wurde.
  • Kick-Off-Workshop: Das Unternehmen nahm anschließend an einem Kick-off-Workshop mit dem Digitalhub Bonn und der Universität Bonn teil. Dort wurde die Fragestellung gemeinsam strukturiert und mithilfe eines Canvas konkretisiert.
  • Matching mit Wissenschaft: Für die Suche nach passenden wissenschaftlichen Ansprechpartnern wurde Kontakt zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (HBRS) aufgenommen. Nach einem ersten Austausch mit dem Transfer Center wurde die Fragestellung in der Hochschule geteilt. Ein Informatikprofessor zeigte Interesse, woraufhin ein vertiefendes Online-Gespräch stattfand.
  • Unternehmensbesuch & Workshop: Im nächsten Schritt besuchten Vertreter des Digitalhub Bonn, der Hochschule und Promotionsinteressierte das Unternehmen. In einem Workshop wurden Grundlagen des Wissensmanagements besprochen, darunter unterschiedliche Wissensarten (explizites und implizites Wissen), zentrale Bausteine des Wissensmanagements und mögliche Formen der Zusammenarbeit. Zusätzlich wurde der Kontakt zu einem Start-up aus dem Accelerator-Programm des Digitalhub Bonn hergestellt, das eine KI-basierte Lösung für Wissensmanagement anbietet.

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4. Was war das Ergebnis oder die Lösung?

Im Workshop zeigte sich, dass das Unternehmen bereits früher ein Wiki eingeführt hatte, um Wissen zu dokumentieren. Das Angebot wurde von den Mitarbeitenden jedoch kaum genutzt und nicht dauerhaft gepflegt. Außerdem war häufig unklar, ob die hinterlegten Informationen noch aktuell und korrekt waren. Damit wurde deutlich, dass ein digitales Werkzeug allein nicht ausreicht: Es braucht auch klare Zuständigkeiten, verlässliche Abläufe und eine Lösung, die im Arbeitsalltag akzeptiert und tatsächlich genutzt wird.

Im Anschluss an das erste Gespräch griff der wissenschaftliche Ansprechpartner das Thema auch in einem Seminar des Informatikstudiengangs auf und entwickelte daraus mögliche Fragestellungen für studentische Arbeiten.

Mögliche Formen der Zusammenarbeit waren:

  • Seminararbeiten, in denen Studierendengruppen konkrete Fragestellungen zum Wissensmanagement bearbeiten
  • Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten zu ausgewählten Teilaspekten
  • Eine Doktorarbeit, die das Thema vertieft und wissenschaftlich untersucht
  • Ein weiterer gemeinsamer Workshop mit dem Unternehmen und dem wissenschaftlichen Ansprechpartner, um den Bedarf genauer einzugrenzen und mögliche nächste Schritte abzuleiten

Ein möglicher Einstieg wäre gewesen, einen konkreten Produktionsprozess als Beispiel zu betrachten, das dafür benötigte Wissen zu erfassen und daraus weitere Schritte abzuleiten. So hätte sich zunächst an einem überschaubaren Anwendungsfall prüfen lassen, welches Wissen besonders wichtig ist und wie es im Alltag zugänglich gemacht werden könnte.

Nach einer internen Abstimmung entschied sich das Unternehmen jedoch, das Thema zunächst ohne die angebotene externe Unterstützung weiterzuverfolgen.

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5. Wie geht es weiter?

Das Unternehmen wird das ThemaWissensmanagement zunächst intern weiterbearbeiten und prüfen, wie sichrelevantes Erfahrungswissen im eigenen Betrieb sichern lässt. Die ursprünglichbesprochene Zusammenarbeit mit der Hochschule wird vorerst nicht weiterverfolgt.

Als mögliche spätere Anknüpfung wurde eindigitaler Impulsbeitrag des Unternehmens zu den konkreten Herausforderungen ausder Praxis angeboten. So könnte der Erfahrungsaustausch mit der Hochschule auchunabhängig von einem gemeinsamen Projekt fortgesetzt werden.

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6. Was waren unsere Key Learnings?

Wissensmanagement ist nicht nur eine Frageder passenden Software. Entscheidend ist auch, welches Wissen gesichert werdensoll, wer es pflegt und wie es im Arbeitsalltag genutzt werden kann. DieErfahrungen mit dem früheren Wiki haben gezeigt, dass fehlende Aktualität undgeringe Akzeptanz in der Belegschaft dazu führen können, dass ein digitalesAngebot kaum Mehrwert schafft.

Der Austausch mit der Wissenschaft halfdabei, verschiedene Ansätze und Formen der Zusammenarbeit kennenzulernen.Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein Unternehmen nach einer ersten Analyseauch entscheiden kann, eine Herausforderung zunächst intern anzugehen. Einerfolgreiches Matching bedeutet daher nicht zwingend, dass direkt eingemeinsames Projekt entsteht – auch die Klärung des eigenen Bedarfs undmöglicher nächster Schritte kann ein wichtiges Ergebnis sein.

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7. Projektstatus

Projekt abgeschlossen – Die Herausforderung wurde aufgenommen und mit möglichenwissenschaftlichen Partnern besprochen. Das Unternehmen führt die weitereBearbeitung zunächst intern fort.

8. Haben Sie auch eine Herausforderung in Ihrem Unternehmen?

Sie möchten Innovation in Ihrem Unternehmenvorantreiben, Abläufe verbessern oder eine andere Herausforderung angehen undsuchen dafür neue Perspektiven? Die Innovationsbrücke Mittelstand unterstütztkleine und mittlere Unternehmen dabei, Fragestellungen zu konkretisieren undpassende wissenschaftliche Expertise zu finden.

Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie die Wissenschaft Ihr Unternehmen unterstützen kann.

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