Lisa Buschan I 22.10.2026

Projektbericht: Neue Wege in der Kompressionsversorgung

Wie kann die Kompressionsversorgung effizienter gestaltet und Betroffene besser informiert werden?

1. Beschreibung des Unternehmens

Branche: Gesundheitsbranche
Standort: Oberbergischer Kreis, Nordrhein-Westfalen
Unternehmensgröße: Rund 20 Mitarbeitende
Tätigkeitsfeld: Mobiles Sanitätshaus mit Fokus Lip- und Lymphödem

Das Unternehmen ist ein mobiles Sanitätshaus, das Menschen mit Lip- und Lymphödem bei ihrer Versorgung unterstützt. Das Unternehmen ist vor allem in Nordrhein-Westfalen tätig, betreut Kundinnen und Kunden aber auch in anderen Regionen Deutschlands.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung mit Flachstrick-Kompressionsstrümpfen. Als Dienstleister und Händler begleitet das Unternehmen den Beratungs- und Versorgungsprozess, hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die Herstellung oder Entwicklung der Produkte.

2. Was war die zentrale Fragestellung oder Herausforderung?

Wie lassen sich eine individuelle Versorgung und effiziente Prozesse miteinander verbinden?

In der täglichen Arbeit entstehen viele Aufgaben an den Schnittstellen zwischen Kundinnen und Kunden, Krankenkassen und dem Unternehmen. Dazu gehören beispielsweise die Beratung, die Dokumentation und die Abstimmung im Versorgungsprozess.

Viele Informationen müssen mehrfach vermittelt oder bearbeitet werden. Das kostet Zeit und bindet personelle Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen.

Ziel war es deshalb, Möglichkeiten zu finden, die Abläufe transparenter und effizienter zu gestalten, den Informationsaustausch zu verbessern und das Team zu entlasten. Dabei sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung berücksichtigt werden.

3. Wie sind wir vorgegangen und welche Methoden haben wir genutzt?

Um die Herausforderung besser zu verstehen und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln, haben wir mehrere Schritte durchlaufen:

  • Erstgespräch: In einem digitalen Gespräch haben wir die Ausgangssituation, die Herausforderungen und die Erwartungen des Unternehmens besprochen.
  • Gemeinsamer Workshop: Zusammen mit dem Digitalhub Bonn und der Universität Bonn haben wir in einem Online-Workshop die Fragestellung weiter konkretisiert und mithilfe eines Problemdefinitions-Canvas strukturiert.
  • Matching mit der Wissenschaft: Im Rahmen eines weiteren Projekts der Innovationsbrücke Mittelstand hatten wir bereits Anknüpfungspunkte zum Thema Lipödem in der Wissenschaft dentifiziert.
  • Austausch und Ideenentwicklung: In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Unternehmen und den Forschenden haben wir mögliche Ansätze für eine Zusammenarbeit diskutiert. Dabei entstand die Idee, neben den ursprünglichen Prozessfragen auch die Bereitstellung wissenschaftlich fundierter Informationen für Betroffene in den Blick zu nehmen.

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4. Was war das Ergebnis oder die Lösung?

Im Austausch wurde deutlich, dass neben der Optimierung interner Abläufe auch die Aufklärung von Patientinnen und Patienten ein wichtiger Ansatzpunkt ist.

Das Unternehmen möchte die Kompressionsversorgung weiterentwickeln und Versorgungsprozesse effizienter gestalten. Ein großer Teil der Beratungszeit entfällt darauf, wiederkehrende Fragen zu beantworten und ähnliche Abläufe immer wieder zu erklären. Hier könnte ein ergänzendes Informationsangebot helfen, Betroffene gezielt aufzuklären und das Team im Alltag zu entlasten.

Die gemeinsame Projektidee: eine Plattform für wissenschaftlich fundierte Informationen rund um Lip- und Lymphödem.

Auf einer solchen Plattform könnten Betroffene Antworten auf häufige Fragen finden und sich über aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung informieren. Wissenschaftliche Publikationen sollen dafür ausgewertet und verständlich aufbereitet werden, damit die Informationen auch ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse zugänglich sind.

Darüber hinaus wurde diskutiert, eine Community einzubinden, die den Austausch zwischen Betroffenen, Wissenschaft und Versorgung ermöglicht. Als möglicher Anknüpfungspunkt wurde unter anderem ein thematisch passendes Start-up aus dem DigitalHub Accelerator betrachtet.

Auch die Gründung eines Vereins und die Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten wurden als mögliche Wege zur Umsetzung besprochen.

Damit ist zunächst eine Projektidee entstanden, die im nächsten Schritt weiter ausgearbeitet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden soll.

5. Wie geht es weiter?

Die Idee soll zunächst konkretisiert und anschließend gemeinsam weiterentwickelt werden.

Die nächsten Schritte:

  • Die entstandene Projektidee wird durch die eingebunden Forscher:innen zunächst in einer ersten Skizze konkretisiert.
  • Darauf aufbauend soll ein weiterer Austausch zwischen den Beteiligten stattfinden, um das Konzept gemeinsam weiterzuentwickeln
  • Anschließend werden passende Fördermöglichkeiten geprüft sowie ein realistischer Zeitplan für die Umsetzung entwickelt.

Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Konzeptionsphase. Die weitere Ausarbeitung und Abstimmung der nächsten Schritte wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

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6. Was waren unsere Key Learnings?

Eine Herausforderung muss nicht immer direkt zur passenden Lösung führen – manchmal entsteht daraus eine ganz neue Projektidee.

Während des Matching-Prozesses hatte das Unternehmen Teile der ursprünglichen Fragestellung bereits selbst bearbeitet. Im Gespräch mit den Forschenden rückte deshalb ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse für Menschen mit Lip- und Lymphödem verständlich und zugänglich gemacht werden können.

Aus dem Austausch entwickelte sich spontan eine erste Idee für eine gemeinsame Plattform.

Unser Learning: Auch wenn die ursprüngliche Fragestellung eines Unternehmens nicht unmittelbar zur Expertise der Forschenden passt, kann ein gemeinsamer Austausch wertvolle neue Ansätze hervorbringen. Entscheidend ist, offen für andere Perspektiven zu sein und gemeinsam nach passenden Anknüpfungspunkten zu suchen.

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7. Projektstatus

Haben Sie auch eine Herausforderung in Ihrem Unternehmen?

Sie möchten einen Prozess verbessern, ein Problem lösen oder eine neue Idee weiterentwickeln, wissen aber noch nicht, wie Sie dabei vorgehen sollen?

Die Innovationsbrücke Mittelstand unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, passende wissenschaftliche Expertise zu finden und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Sprechen Sie uns an und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie die Wissenschaft Ihr Unternehmen unterstützen kann.

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